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Abenteuer mit "Leila und Matschnun"

Ruhrtriennale

BOCHUM Ganz fremd kommt er sich vor im Anzug. Bis kurz vor der Eröffnungs-Pressekonferenz hat Willy Decker, Intendant der Ruhrtriennale, noch geprobt. Im Sportsachen. Weil mit "Leila und Matschnun" eine radikale und kompromisslose Kreation aus Musik- und Sprechtheater gelingen soll und die Arbeit daran auch physisch anstrengend ist.

von Von Mac Floran Kühlem

, 10.08.2010
Abenteuer mit "Leila und Matschnun"

Aleksandar Radenkovic spielt den Salam.

"Die Geschichte dieser beiden Liebenden ist im islamischen Kulturkreis so bekannt wie in der westlichen Welt die von 'Romeo und Julia' oder ,Tristan und Isolde'", erklärt Decker. Deshalb hat er sie an den Anfang der neuen Ruhrtriennale-Saison gestellt, die wieder unter dem Motto "Wanderung" steht und die große Weltreligion Islam behandelt. "'Leila und Matschnun' steht auch für das Risiko, das Abenteuer, in ein unbekanntes Land vorzudringen." Dies solle künstlerische Arbeit immer auszeichnen. Wie schon bei "Moses und Aron" hat Decker es bei seinem neuen Eröffnungsstück mit einem Gang in die Wüste zu tun, der diesmal auch bildlich umgesetzt wird: 500 Tonnen Sand werden die Jahrhunderthalle 1 füllen, wenn Matschnun ("Der Verrückte") die Einsamkeit der Wüste sucht, wo seine rasende Liebe zu Leila immer noch weiter wächst. Schon als Kind haben sich beide "fast unangenehm intensiv" (Decker) verliebt und wurden daher von den Eltern sofort getrennt.Form für das Extreme Um dem Extremen eine Form zu geben, ist aus Albert Ostermaier ein Text "herausgebrochen" und Komponist Samir Odeh-Tamimi hat eine radikale Musik komponiert, "die bis zu den Grenzen des stimmlichen Ausdrucks vordringt." Mit solch eindringlichen Beschreibungen versteht Willy Decker es bei der Eröffnungs-Pressekonferenz, Lust auf die Inszenierung, die am 20. August Premiere hat, und Lust auf das Festival zu schüren. Werben müsste er eigentlich mehr: "Die Ruhrtriennale hat sich rasant zu einem der bedeutendsten Kulturfestivals entwickelt", stellt die neue NRW-Kulturministerin Ute Schäfer fest, die gestern ihren ersten offiziellen Termin wahrnahm.