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Mottowoche eskaliert

Abi-Randale in Köln: Zwei schwer verletzte Schüler

KÖLN Erneut ist ein vermeintlicher Abi-Streich von Schülern mehrerer Gymnasien während der Mottowoche vor den Kölner Abitur-Prüfungen eskaliert. Zwei Jugendliche wurden in der Nacht zu Dienstag schwer am Kopf verletzt, sagte ein Polizeisprecher am Morgen. In den sozialen Netzwerken präsentieren die Schüler sich vermummt: Bilder, die an Bandenkriege erinnern.

Abi-Randale in Köln: Zwei schwer verletzte Schüler

Das Humboldt-Gymnasium, an dem es in der Nacht zu Dienstag zu Ausschreitungen kam.

Rund 200 Schüler sollen an den Auseinandersetzungen beteiligt gewesen sein, die sich am Humboldt-Gymnasium in der Südstadt abspielten. Nach ersten Erkenntnissen bewarfen sich die Schüler mit Gegenständen. Ein Polizeisprecher sprach von Wasserbomben, Farbbeuteln und Eiern. Ein Jugendlicher verletzte sich zudem leicht. Die Polizei ermittelt wegen Verstößen gegen das Waffengesetz, Körperverletzung und Landfriedensbruch.

Körperverletzung und Vandalismus

15 Polizeieinsätze wegen Kölner Abi-Feiern

Köln Von Scherz oder Reifeprüfung weit entfernt: Angehende Abiturienten in Köln haben - wieder einmal - randaliert, mehrere Schulen beschädigt. Hunderte Schüler waren beteiligt. Manche hatten Drogen und Waffen dabei. Die Polizei rückte zu vielen nächtlichen Einsätzen aus.mehr...

Auf Facebook distanzierten sich User von der Gewalt: „Wir, die 12. Klasse des Humboldt Gymnasiums, beenden hiermit den „Abikrieg““, wurde auf der Seite „Schweinerei 2016“ am Dienstagmorgen geschrieben. „Es ist deutlich zu weit gegangen. Wir wurden mit Glasflaschen, Böllern, Eiern und Steinen abgeworfen. Wurfgeschosse, von denen sich jeder gesunde Mensch distanziert!“ Dass mit Glasflaschen, Böllern und Steinen geworfen wurde, konnte die Polizei zunächst nicht bestätigen.

Die eigene Schule mit Wasserpistolen und -gewehren verteidigen

In einem Schreiben wandte sich ein Vater eines Abiturienten an die Nachrichtenagentur dpa. Der Abi-Jahrgang des Humboldt-Gymnasiums hatte demnach beschlossen, nur die eigene Schule zu „verteidigen“ - und das ausschließlich mit Wasserpistolen und -gewehren. Andere Schulen hatten sich ihm zufolge dagegen offenbar verständigt, die Schule gemeinsam anzugreifen. Der „Angriff“ sei fortgesetzt worden, als sich die Schüler des Gymnasiums schon zurückgezogen hatten. Die Polizei sei von Anfang an dabei gewesen, habe aber erst „relativ spät“ eingegriffen.

 

 

#königinluisewurdeentthront#niemandficktmitdemerich#woseidihrhingelaufen? @klskaliert

Ein von NIEMAND FICKT MIT DEM ERICH! (@richkaestner) gepostetes Foto am 13. Mär 2016 um 16:36 Uhr

 

Die Polizei prüft nach dpa-Informationen außerdem einen Zusammenhang zwischen einem weiteren Vorfall in der Nacht und dem eskalierten Abistreich: Auf einer Straße in Rodenkirchen seien Molotowcocktails gezündet worden. Allerdings sollen weder Menschen noch Gebäude beworfen worden sein. Ein Tatverdächtiger sei festgenommen worden, weitere seien flüchtig. 

Oberstufenleiter der Wolfhelmschule

"Schüler übernehmen beim Abi-Gag Verantwortung"

OLFEN Eigentlich sind Lehrer nicht so begeistert von den Abi-Streichen: Verkleidungen, Unsinn machen und laute Musik sind dann an der Tagesordnung. Rainer Timmermann, Oberstufenleiter an der Wolfhelmschule in Olfen, zeigt aber Verständnis: Die Schüler seien verantwortungsvoll und wollen nur ihren Zusammenhalt beweisen.mehr...

Bereits in der Nacht zu Montag hatten mehrere Hundert Abiturienten insgesamt 15 Einsätze der Polizei ausgelöst und Sachbeschädigungen an sieben Gymnasien verursacht. Laut Polizei waren auch Anzeigen wegen teils gefährlicher Körperverletzung sowie Verstößen gegen das Waffen- und Betäubungsmittelgesetz geschrieben worden. Man habe Drogen beschlagnahmt, außerdem Baseballschläger und eine zur Schlagwaffe umgebaute Fahrradkette.

Hoher Sachschaden durch Bengalos und Knallkörper

Bereits in den vergangenen Jahren waren Feiereien angehender Abiturienten rivalisierender Gymnasien in der Stadt eskaliert. 2013 etwa waren Bengalos und Knallkörper gezündet worden, schon damals schritt die Polizei ein, es entstand hoher Sachschaden. Damals soll das „Kölsch Kraat Kommando“ - wie sich die Abiturjahrgänge des Humboldt-Gymnasiums nannten - verantwortlich dafür gewesen sein, dass der „Schulkrieg“ eskalierte, wie etwa der „Kölner Stadt-Anzeiger“ und die „Westdeutsche Zeitung“ berichtet hatten.

 

 

#erichwirdentjungfert #LDV #übermacht #wirkommen ? @richkaestner

Ein von LEONARDOS ÜBERNEHMEN!! (@leonardosdenippes) gepostetes Video am 14. Mär 2016 um 15:15 Uhr

 

Das „KKK“ habe einmal „als ehrlicher Wettstreit unter einigen wenigen Schulen Kölns“ begonnen, heißt es auf der gleichnamigen Facebook-Seite. Die Gruppe verbreitete im Internet satirisch gemeinte Kampfansagen gegen andere Schulen. Auf Facebook gab sie allerdings im Oktober 2015 bekannt, alle Aktivitäten in der Mottowoche einzustellen. „Wir wollen verhindern, dass es zum Modephänomen wird und künftigen Generationen nicht mehr bedeutet als eine Woche Action und ein bisschen Internetpöbelei.“ 

Einzelne Schüler verantwortlich

Chaos in der Innenstadt angerichtet

VREDEN Die Spuren waren unübersehbar: Reichlich Müll lag am Dienstagmorgen in der Vredener Innenstadt herum. Er stammt offensichtlich aus gelben Säcken, die in der Nacht von Montag auf Dienstag aufgerissen worden waren. Das Thema machte schnell in der Widukindstadt die Runde – vor allem über das soziale Netzwerk Facebook. Einige Schüler des Gymnasiums wurden als Verursacher ausgemacht.mehr...

Friedlich sieht anders aus: Sie präsentieren sich mit schwarzen Kapuzenpullis, drehen Kurzvideos, auf dem ein Flugblatt eines anderen Gymnasiums angezündet wird, pinkeln eine Schule an. Schüler aus Köln tragen ihren „Abi-Krieg“ auch in Sozialen Netzwerken aus und dokumentieren ihre gegenseitigen Provokationen. Wegen Auseinandersetzungen musste die Kölner Polizei in den vergangenen Nächten mehrmals einschreiten. In der Nacht zu Dienstag wurden zwei Jugendliche am Humboldt-Gymnasium schwer verletzt.

Schüler distanzieren sich von Gewalt

Im Vorspann eines Youtube-Videos, das dem Erich-Kästner-Gymnasium zugeordnet wird, steht einen Tag vor Beginn der Motto-Woche am Sonntag: „Wir distanzieren uns ausdrücklich von jeglicher Form von Gewalt, rassistischen- und extremistischen Gruppierungen! (...) Wir streben eine fair geführte Mottowoche an und verlangen von allen Abiturjahrgängen, deeskalierend zu wirken.“ Im Video dann: vermummte Schüler, die über Geländer springen, wie eine Gang auftreten und am Ende Pyrotechnik zünden.

 

Auf einem Instagram-Account, der sich dem Leonardo-da-Vinci-Gymnasium zuordnet, stehen neben Fotos vermummter Schüler Schlagworte wie #füreinenfairenabikrieg, #leonardoübernimmt und #ihrwerdetvernichtet. 

von dpa

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