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Abstiegskampf: Zehn Teams kämpfen ums sportliche Überleben

Aue. Neben Absteiger Kaiserslautern kann es an den verbleibenden zwei Spieltagen noch einen weiteren Traditionsverein erwischen. Die Clubs ziehen alle Register: von Trainingslagern bis Grillabenden. In Sachsen kommt es zum Dauer-Duell der Rivalen Aue und Dresden.

Abstiegskampf: Zehn Teams kämpfen ums sportliche Überleben

Uwe Neuhaus ist der Trainer von Dynamo Dresden. Foto: Sebastian Kahnert

So einen Abstiegskampf hat das Fußball-Unterhaus noch nicht erlebt. Alleine zehn Zweitliga-Teams droht zwei Spieltage vor Saisonschluss noch der Absturz in die 3. Liga.

Dabei steht das prestigeträchtige Sachsen-Derby zwischen dem FC Erzgebirge Aue und Dynamo Dresden am Sonntag (alle 15.30 Uhr) im Mittelpunkt. „Wir wissen um die Bedeutung des Spiels, die Mannschaft hat es angenommen. Wir wissen aber auch, dass es eventuell noch nicht der letzte Schritt ist. Selbst mit einem Sieg kann noch einiges möglich sein“, erklärte Dresdens Cheftrainer Uwe Neuhaus.

Dresden ist punktgleich vor dem FC St. Pauli, der gegen Arminia Bielefeld unbedingt punkten muss, Zwölfter der Tabelle - zwei Punkte Vorsprung vor dem Abstiegsrelegationsrang. Mit einem Sieg würde man sich aller Sorgen entledigen. Für den Verlierer kommt es knallhart: Aue muss am letzten Spieltag zum SV Darmstadt 98 reisen, Dynamo muss im Saisonfinale gegen den 1. FC Union Berlin antreten.

Die Hinspiele gewann Dresden gegen Aue (4:0) und Union (1:0). Ein erneuter Abstieg in Liga drei würde die gute Arbeit der Elbestädter in den letzten zwei Jahren zunichte machen. Zudem gilt der bis 2019 laufende Vertrag von Dynamo-Trainer Uwe Neuhaus nur für die ersten beiden Ligen.

Auch Aues junger Trainer Hannes Drews hat nur einen weiterlaufenden Kontrakt für Liga zwei. Bei einer Niederlage wird es für Aue schwer. Das Saisonfinale beim Bundesliga-Absteiger Darmstadt, der seit mittlerweile neun Spielen nicht mehr verloren hat, verspricht Brisanz. Die Stimmung bei den „Lilien“ ist trotz Tabellenplatz 17 prächtig. Trainer Dirk Schuster unterschrieb vor dem Spiel bei Jahn Regensburg einen neuen Vertrag, der auch für die dritte Liga gilt. „Für den Klassenerhalt gehen wir an die Grenzen und über die Grenzen hinaus“, sagte Schuster.

Der ehemalige Erstligist Eintracht Braunschweig steht enorm unter Druck. Der Ausfall von Torjäger Christoffer Nyman wiegt schwer. In den vergangenen fünf Spielen gelangen den Niedersachsen nur zwei Treffer. Um sich besser auf das Spiel gegen den FC Ingolstadt vorzubereiten, reiste die Eintracht in ein Kurz-Trainingslager nach Salzgitter.

Auch die Unioner versuchen es mit etwas Ungewohntem. Vor dem Heimspiel gegen den VfL Bochum geht es ins Bundesleistungszentrum von Kienbaum. „Wir wollten zum Wochenende hin den Fokus abseits des Sports legen, die Mannschaft noch mal zusammenholen und eine gewisse Lockerheit reinbringen“, sagte Trainer André Hofschneider. Training ist in der sogenannten Kaderschmiede nicht angesetzt. Im Vordergrund soll die Regeneration stehen, die beispielsweise durch die Nutzung der Kältekammer oder Sauna betrieben werden kann. Zudem ist ein Grillabend geplant.

Die vermeintlich leichteste Aufgabe hat der 1. FC Heidenheim beim bereits abgestiegenen 1. FC Kaiserslautern. Trainer Frank Schmidt sieht das anders: „Wir wissen, dass es schwer wird, dort zu gewinnen. Aber wir sind auch in der Lage, das zu schaffen.“ Mit zuletzt sieben Punkten aus drei Spielen hat sich der FCH vom Relegationsplatz auf Rang elf vorgearbeitet (41 Zähler).

Der neuntplatzierte FC Ingolstadt und der punktgleiche SV Sandhausen (42 Zähler) können zwar aufgrund der vielen Duelle im Keller kaum mehr direkt absteigen, müssen aber noch punkten, um die Relegation zu vermeiden. Beide haben drei Punkte Vorsprung auf Rang 14 und fünf Zähler auf den direkten Abstiegsplatz. Sandhausens Coach Kenan Kocak schwört seine Spieler nach der 0:2-Niederlage in Heidenheim nochmal auf das Spiel gegen Aufstiegs-Anwärter 1. FC Nürnberg ein. Er brauche „Typen, die gierig sind und dieses Spiel gewinnen wollen“.

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