Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Adam Green mit Cowboy-Tanz und irrem Musik-Gebräu

BOCHUM Kritische Geister dachten vielleicht, Adam Green wäre nur ein Kurzzeitphänomen gewesen. Doch am Mittwoch hat der New Yorker Sänger gezeigt, dass er seine Vorschusslorbeeren mehr als verdient hat.

von von Max Florian Kühlem

, 14.08.2008
Adam Green mit Cowboy-Tanz und irrem Musik-Gebräu

Adam Green zeigte in der Zeche, dass er den damaligen Vorschusslorbeeren immer noch gerecht wird.

Adam Green ist jetzt in einer Phase, in der er relativ unberührt vom Medienhype zeigen kann, was er zu bieten hat. Nach wie vor ist er zwar in keinem Land der Welt so berühmt wie in Deutschland, doch sein Gesicht geistert nicht mehr ganz so oft durch die Fernseh- und Magazinlandschaft.

Junger Popstar

Konzerte - wie einst im Bahnhof Langendreer - sind jetzt nicht mehr Wochen im Voraus ausverkauft. Im Gegenteil: in der Zeche hätten durchaus noch ein paar Besucher mehr Platz gehabt. Dem immer noch selbst für einen Popstar sehr jungen Green war das egal - für seine Show gab er alles. Große Energie von Anfang an. Mit seinem einzigartigen Tanzstil, der an einen angeschossenen Cowboy oder einen übermütigen Betrunkenen denken lässt, wirbelte er zum Opener "Carolina" über die Bühne. In Punkto Artikulation und Intonation wirkte er hingegen alles andere als auf Droge: Seine absurden, bisweilen dadaistisch anmutenden Texte waren klar verständlich, sein sonores Organ mit diesem unglaublich tiefen Timbre schwebte über der Musik, Akzente wurden punktgenau gesetzt.

Funkige Zwischentöne

Überhaupt das Zusammenspiel mit der Band: Green hat es über die Jahre stetig weiterentwickelt und immer weiter perfektioniert. Mittlerweile stehen neben Gitarre, Bass und Schlagzeug zwei schwarze Background-Sängerinnen und ein Rhodes-Piano auf der Bühne. Die Sängerinnen verleihen dem sowieso schon irren Musikgebräu aus Rock, Country und Folk noch einen Soul-Touch, das altertümliche E-Piano sorgte nicht selten für funkige Zwischentöne. Ein Sound, der in den letzten vier Jahrzehnten amerikanischer Musikgeschichte Zuhause ist und Adam Greens manchmal nur ein- bis zweiminütige Songs zu wertvollen, mitreißenden Kleinoden macht.

Erst nach drei Zugaben und einem krachigen "Baby's Gonna Die Tonight" als furiosen Schlusspunkt ließ ihn das begeisterte Publikum gehen.