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Adoptiere mich! - Rettung für rote Telefonhäuschen

London (dpa) Das Schicksal des roten Telefonhäuschens vor dem Big Ben in London teilten nicht mehr viele Sprechzellen: Heerscharen von Touristen quetschen sich Tag für Tag in das Häuschen.

Adoptiere mich! - Rettung für rote Telefonhäuschen

Eine der typisch roten Telefonzellen in London - die Markenzeichen britischer Städte sind vom Aussterben bedroht. (Bild: dpa)

Sie plärren ihren Liebsten zu Hause ein kurzes Hallo entgegen und lassen sich mit dem britischen Markenzeichen auf Fotos verewigen. Andernorts fristen die Zellen jedoch ein tristes Dasein. Im Handyzeitalter überflüssig geworden, unrentabel obendrein, wurden sie kurzerhand abgebaut. Doch nun ist Rettung in Sicht, das rote Telefonhäuschen könnte doch noch überleben.

Denn der Betreiber BT hat seine Entscheidung, die verwaisten Telefonzellen abzubauen, revidiert. Nach den Klagen vieler Bürger und Kommunen hat der Telekommunikationsriese die roten Häuschen zur «Adoption» freigegeben. Dabei können Gemeinden die Telefonzellen für eine Jahresgebühr von 500 Pfund (rund 630 Euro) weiter mit funktionierendem Telefon betreiben. Soll das Häuschen einfach nur so in der Gegend stehen, ohne Telefon, als Augenschmaus sozusagen, müssen die «Adoptiveltern» nur etwa die Hälfte an BT zahlen.

Vorschläge über Vorschläge mögen bei BT eingetrudelt sein, um das rote Telefonhäuschen vor dem «Aussterben» zu bewahren. «Wir haben uns diese Vorschläge angehört und können bestätigen, dass Gemeinden, die die roten Telefonzellen aus ästhetischen oder Kulturerbe-Gründen (...) erhalten wollen, dies tun können», hieß es etwas umständlich in einer Mitteilung des Unternehmens. Bis zum 1. Oktober haben die Kommunen nun Zeit, ihr Herz für rote Telefonzellen zu zeigen und ihre Bewerbung für eine Adoption einzureichen. Bis dahin hat BT versprochen, keine Zelle mehr abzubauen.

Das hatte der Telefonkonzern seit 2002 im großen Stil gemacht: Damals betrieb BT noch rund 95 000 Telefonzellen im Vereinten Königreich. 31 000 sind jedoch seitdem entfernt worden, nachdem die Menschen nicht mehr zum öffentlichen Telefonhörer, sondern zum Handy griffen. Einzig die Werbung von Telefonsexanbietern welkte daher in vielen Häuschen einsam vor sich hin.

Die Empörung in der Öffentlichkeit war groß - ist das rote Telefonhäuschen doch viel mehr als nur ein Fernsprecher. Das Design der «red box» entwarf 1924 der Architekt Giles Gilbert Scott. Zwar wollte er die Zellen silberfarben haben, doch die Post entschied sich für einen roten Anstrich. Seitdem sind die Zellen sowohl ein Postkarten-Bestseller aus dem Vereinten Königreich als auch Kulturgut: Rund 2800 stehen unter Denkmalschutz.

Nun bleibt nur abzuwarten, ob künftig keine Künstler-Attacken mehr zur Rettung der Häuschen nötig sind. Vor zwei Jahren schlug der Guerilla-Künstler Banksy noch eine Axt durch ein Häuschen in der Londoner Innenstadt, um auf das Zellen-Sterben hinzuweisen. Heute könnte er sich um eine Adoption bemühen.

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