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Adoptiveltern müssen persönlich geeignet sein

Hamburg (dpa/tmn) Wohnraum, Gesundheit, Finanz-Verhältnisse, Führungszeugnis: Möchte ein Paar ein Kind adoptieren, muss es sein Leben offenlegen und viele Fragen beantworten.

Adoptiveltern müssen persönlich geeignet sein

Wenn ein Paar ein Kind adoptieren möchte, muss es zunächst seine Eignung in einem Auswahlverfahren unter Beweis stellen. (Bild: dpa)

Doch das wichtigste Auswahlkriterium ist die persönliche Eignung der möglichen Eltern. Das sagte Rolf Bach, Leiter der Gemeinsamen Zentralen Adoptionsstelle (GZA) in Hamburg, die auch für Bremen, Niedersachsen und Schleswig- Holstein zuständig ist.

In mehreren ausführlichen Gesprächen versuchen die Mitarbeiter des Jugendamtes gemeinsam mit Psychologen, die pädagogischen Fähigkeiten der Eltern zu prüfen. Dabei werden den Bewerbern beispielsweise Fragen zur Erziehung gestellt: «Wie würden sie zum Beispiel reagieren, wenn ihr Kind an der Supermarktkasse Schokolade klaut?», so Rolf Bach.

Daneben prüfen die Sozialarbeiter die Einkommenssituation der Bewerber, um zu verhindern, dass das Kind in Armut aufwächst. Das bedeute aber nicht, dass Bewerber besonders wohlhabend sein müssen, sagte Bach. Auch die Wohnverhältnisse werden begutachtet: Gibt es genug Platz für ein Kind? Ist die Umgebung halbwegs kindgerecht? Der Blick auf das Polizeiliche Führungszeugnis soll sicherstellen, dass die künftigen Eltern nicht wegen eines Deliktes gegenüber Kindern vorbestraft sind.

Arbeiten beide Partner, werde zumindest bei kleinen Kindern erwartet, dass einer von beiden während der Eingewöhnungszeit zu Hause bleibt, sagte Bach. «Das kann ein halbes Jahr sein, aber auch ein ganzes.»

Entgegen der weit verbreiteten Ansicht gibt es laut Bach keine Altersobergrenze für Bewerber. «Es wird aber empfohlen, dass der Altersabstand zwischen Kind und Eltern nicht mehr als 40 Jahre betragen soll», erklärte der GZA-Leiter. Gesetzlich festgelegt ist eine Altersuntergrenze: Alleinstehende dürfen nicht jünger als 25 Jahre sein, in einer Partnerschaft muss mindestens einer dieses Alter erreicht haben.

Kritische Fragen stellen die Sozialarbeiter auch zur Kinderlosigkeit: «95 Prozent der Adoptionsbewerber sind ungewollt kinderlos», erklärte Bach. Geprüft wird, ob sich tatsächlich beide Partner ein Kind wünschen oder nur einer. Ist der Kinderwunsch übergroß? «Dann kann es passieren, dass die Eltern sehr hohe Erwartungen an ein Adoptionskind haben, was Probleme schaffen kann.»

Haben Bewerber dieses Auswahlverfahren überstanden, gelten sie als geprüft und geeignet - was aber noch lange nicht bedeutet, dass sie tatsächlich ein Adoptivkind bekommen. Dem Statistischen Bundesamt in Wiesbaden zufolge kam 2007 auf zehn Bewerber ein Kind. Laut Bach ist diese Zahl aufgrund statistischer Verfahren aber zu hoch: Tatsächlich liege das Verhältnis bei einem Kind auf sechs Bewerber.

Das letzte Wort, in welche Familie ein Kind kommt, haben laut Bach die leiblichen Eltern. «Die geben ihr Kind nicht generell zur Adoption frei, sondern müssen zustimmen, dass ein Kind in eine bestimmte Familie kommt.» Und da wartet auf künftige Eltern manchmal die nächste Prüfung: Bei sogenannten halb-offenen Adoptionen lernen sich die leiblichen Eltern und die möglichen Adoptiveltern kennen.

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