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Ärztin mit rassistischen Sprüchen beschimpft

Schöffengericht

Haftstrafe nach ausländerfeindlicher Beleidigung: Für seine Äußerungen wurde ein 23-jähriger Wittener zu zu neun Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt.

WITTEN

von Von Andreas Tietz

, 25.08.2010

Als der Mann im April nach zwei erfolglosen Einbruchsversuchen von der Polizei festgenommen und aufgrund seiner Alkoholisierung in die Klinik gebracht wurde, beleidigte er zunächst die Beamten. Seine Ausfälle gipfelten in konkreten Drohungen: „Wenn ich euch privat erwische, bringe ich euch um!“, soll der 23-Jährige gerufen haben. Als im höchsten Maße beschämend bezeichnete der Richter auch die weiteren Ausfälle des Angeklagten in der Klinik: Eine Ärztin asiatischer Herkunft, die seine Haftfähigkeit bestätigt hatte, beleidigte er mit rassistischen Sprüchen, begleitet von Naziparolen.

Vor Gericht räumte der Angeklagte die Taten ein, bezeichnete seine Entgleisungen jedoch als Kurzschlussreaktion: Weil sich die Polizisten geweigert hätten, die zu fest sitzenden und schmerzenden Handschellen zu lockern, sei er ausgerastet. Das Gericht erkannte dennoch – nicht zuletzt wegen einschlägiger Vorstrafen – einen ausländerfeindlichen Hintergrund der Tat und verurteilte den Angeklagten zu neun Monaten Haft ohne Bewährung.