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Agrarhändler Baywa mit weniger Baustellen

München. Die Apfelernte wird besser, der Sojahandel wird profitabler, die Bauern investieren - der Agrarhändler Baywa sieht sich gut auf Kurs. Der Dividendenzuwachs wird aber mit einem Hochhaus bezahlt.

Agrarhändler Baywa mit weniger Baustellen

Das Logo der Baywa AG an der Firmenzentrale am Arabellapark in München. Foto: Andreas Gebert

Europas größer Agrarhandelskonzern Baywa hat seinen Sojahandel in die Gewinnzone gebracht, den Bauern mehr Landmaschinen verkauft und damit Umsatz und Betriebsgewinn im vergangenen Jahr leicht gesteigert.

Für das laufende Jahr zeigte sich Vorstandschef Klaus Josef Lutz in München deutlich optimistischer: Die Apfelernte in Neuseeland dürfte größer und auch qualitativ besser ausfallen, der profitablere Handel mit Spezialitäten wie Avocados oder Braugerste wachse, und die Bauern investierten weiter.

Der Umsatz stieg im vergangen Jahr um vier Prozent auf 16 Milliarden Euro, das Betriebsergebnis (Ebit) sogar um 18 Prozent auf 171 Millionen Euro. Der Löwenanteil beim Ergebniszuwachs stammt allerdings aus dem Verkauf der Firmenzentrale. Für das laufende Jahr versprach Lutz den Aktionären auch ohne solche Sondereffekte ein mindestens gleich hohes Ergebnis.

„Die Baywa wird vom Großhändler immer mehr zum Projektentwickler und -manager“, sagte Lutz. Mit dem Kraftstoff- und Heizölhandel und dem Bau von Wind- und Solaranlagen macht sie ein Fünftel ihres Geschäfts. In den Vereinigten Arabischen Emiraten baut sie gerade Gewächshäuser, in denen 5000 Tonnen Tomaten jährlich geerntet werden sollen.

Der Getreidehandel steht nach der Rekordernte 2017 weiter unter Druck, dieses Jahr dürften die Preise stagnieren, sagte Lutz. Aber bei Soja sowie bei tropischen Früchten, Bohnen oder Erbsen geht es aufwärts. Nach den wetterbedingt schlechten Apfelernten des vergangenen Jahres erwartet die Baywa dieses Jahr deutlich mehr. „China ist heute der größte Apfelproduzent der Welt“, sagte Lutz. Jeder zweite Apfel wachse dort, aber das meiste werde als Konzentrat verkauft, nicht als Tafelobst im Supermarkt. Die Baywa sei der größte Bio-Apfel-Händler Deutschlands, aber „mit Bio alleine müssten wir 1000 Leute nach Hause schicken“.

Die kleinste Sparte Baustoffhandel, die laut Lutz „das ewige Sorgenkind der Baywa war“, macht dank guter Baukonjunktur ebenfalls gute Geschäfte: „Die Auftragsbücher sind voll.“

Unter dem Strich machte die Baywa vergangenes Jahr 67 Millionen Euro Gewinn (2016: 53 Millionen Euro). Fast die Hälfte davon will sie als Dividende ausschütten. Die Mehrheit der Aktien ist im Besitz bayerischer und österreichischer Raiffeisen-Genossenschaften.

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