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25-jähriger erhält Haftstrafe für wilde Verfolgungsjagd

Amtsgericht verurteilt Ahauser

Ein 25-jähriger Ahauser ist am Donnerstag am Amtsgericht aufgrund einer ganzen Reihe von Vergehen zu einem Jahr und drei Monaten Haft verurteilt worden – ohne Bewährung. Besonders hervor sticht dabei eine Verfolgungsjagd durch Vreden, die glücklicherweise glimpflich endete.

AHAUS/VREDEN

von von Johannes Schmittmann

, 20.10.2016

Zumindest auf der Anklagebank ist beim Ahauser Angeklagten von einer „Gangster-Attitüde“ nichts zu vernehmen. Tränen rinnen ihm über das Gesicht, sein Blick geht zu Boden, einen Rosenkranz hält er in der rechten Hand. Die Taten räumt er zwar sofort ein, aber sagen will er dazu nichts: „Ich kann das einfach nicht.“ Er habe mit der Sache abgeschlossen, wolle neu anfangen. Die neun Vorstrafen hängen allerdings wie ein Damoklesschwert über der Verhandlung – darunter zwei laufende Bewährungen.

Zu Beginn des Prozesses geht es noch nicht um die Verfolgungsjagd, sondern um den Tatbestand der Bedrohung. Der Ahauser soll eine Frau und ihre Tochter mit den Worten „Ich steche euch beide ab“ und per Whatsapp-Nachrichten mit ähnlichem Inhalt bedroht haben.

Nichts davon streitet er ab, allerdings machen ihm die Umstände offensichtlich noch heute zu schaffen. So übernimmt sein Anwalt die Schilderung der komplizierten Situation. Der Angeklagte habe im Mai über „eine Ecke“ erfahren, dass die Lebenspartnerin seiner Schwester ein Verhältnis mit seiner Ehefrau gehabt haben soll.

Konfrontation

Daraufhin versuchte er, seine Schwägerin mit dem Verdacht zu konfrontieren, die sich zu der Zeit in der Wohnung einer Freundin befand. Diese und ihre Tochter verweigerten den Zutritt, worauf er den beiden drohte, sie „abzustechen“. Er habe dies „natürlich nicht ernst gemeint“, meldet sich der Ahauser dann doch zu Wort. Die ältere der beiden Frauen hält im Zeugenstand dagegen: Das könne zwar stimmen, es ändere aber nichts an ihrer empfundenen Angst. Schließlich war der Mann wegen „gemeinschaftlicher, gefährlicher Körperverletzung“ vorbestraft. „Ich habe das sehr ernst genommen“, sagt sie.

Durchdrehende Reifen auf dem Parkplatz

Im zweiten Teil der Verhandlung wird das mehrfache Fahren des 25-Jährigen ohne Fahrerlaubnis verhandelt. „Das Fass zum Überlaufen“ bringt für den Richter hierbei ein Vorfall vom Februar, zu dem ein Polizist als Zeuge gehört wird: Auf dem Parkplatz eines Supermarkts in Vreden bemerkte der Ahauser einen Streifenwagen. Von Paranoia getrieben, raste der 25-jährige „mit durchdrehenden Reifen“ davon – die Polizei hinterher.

Direkt den ersten Kreisverkehr passierte der Ahauser links herum, wobei es fast zu einer Kollision mit einem entgegenkommenden Fahrzeug gekommen wäre. Hierdurch sei der Tatbestand der Nötigung erfüllt, so der Staatsanwalt. Mit über 110 km/h setzte der Angeklagte die Flucht fort und auch innerorts habe er das Tempo nicht merklich reduziert, berichtet der Polizist.

„Irrsinnsfahrt“

Die „Irrsinnsfahrt“, wie sie der Richter nennt, endete erst in einer Sackgasse. Trotz des Geständnisses sprechen die Vorstrafen gegen den Mann. Ein Jahr und drei Monate, so das Gesamturteil, hat der 25-jährige nun Zeit, am geplanten „Neuanfang“ zu feilen. 

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