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Anti-Atom-Initiative schickt Brief an Umweltministerin

Zwischenlager Ahaus „müsste stillgelegt werden“

Die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ mahnt in einem Brief an Bundesumweltministerin Svenja Schulze ein Umdenken bei der Zwischenlagerung von Atommüll an. Die Antwort könnte auf sich warten lassen.

Ahaus

, 05.04.2018
Anti-Atom-Initiative schickt Brief an Umweltministerin

Blick auf das Brennelemente-Zwischenlager Ahaus (BZA). Foto: © dpa

Keine Antwort ist auch eine Antwort. Doch die Bürgerinitiative (BI) „Kein Atommüll in Ahaus“ geht – noch – davon aus, dass das Bundesumweltministerium über ein Schreiben der BI nicht komplett „sprachlos“ geworden ist.

Vor Ostern schickte die Bürgerinitiative einen Brief an die Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Darin bittet die BI, „Irritationen“ über mögliche Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus zu klären (Münsterland Zeitung berichtete). „Da stehen einige Sachen drin, die Svenja Schulze begründen sollte. Wir sind gespannt, was ihr dazu einfällt. Bislang wohl noch nichts“, sagte BI-Sprecher Felix Ruwe am Donnerstag auf Anfrage. Es ist nicht der erste Brief, den die Bürgerinitiative an ein Ministerium geschickt hat. Nicht immer gab es eine Antwort. Wenn doch, dann lag die Frist der Beantwortung mitunter „bei bis zu eineinhalb Monaten.“ Ob es diesmal noch länger dauert? Gut möglich. Denn neben Fragen, auf die sich die BI-Mitglieder Antworten erhoffen, gibt es auch energischen Widerspruch auf Andeutungen der Ministerin und Hinweise auf „fehlerhafte Gedankengänge“.

Zwischenlager in Jülich bauen

Die Bürgerinitiative fordert, dass die am früheren Forschungsreaktor Jülich gelagerten Kugel-Brennelemente in Jülich bleiben. „In einem dort zu errichtenden neuen Zwischenlager, das den aktuellen Sicherheitsanforderungen entspricht.“ Dem stehe gegenüber, dass es immer wieder Indizien dafür gebe, den Jülicher Atommüll entweder in die USA oder nach Ahaus zu bringen. Der Neubau einer erdbebensicheren Lagerhalle in Jülich werde nicht ernsthaft verfolgt.

Widerspruch von der BI gibt es für Andeutungen in einer ministeriellen Stellungnahme, dass die im Jahr 2036 auslaufende Genehmigung für den Betrieb des Ahauser Zwischenlagers verlängert werden könnte. „Bis ein Abtransport in das Endlager für hoch radioaktiven Atommüll erfolgt“, heißt es in einer Erklärung von Svenja Schulze. Laut Bürgerinitiative „wäre das bestehende Lager in Ahaus schon nach heutigen Standards nicht mehr genehmigungsfähig.“

Genehmigung versagt

So habe das Oberverwaltungsgericht Schleswig-Holstein dem Standortzwischenlager in Brunsbüttel wegen erheblicher Ermittlungs- und Bewertungsdefizite die Genehmigung versagt. In dem von Hartmut Liebermann verfassten BI-Schreiben an Svenja Schulze steht dazu: „Dabei weist dieses Lager einen erheblich höheren Sicherheitsstandard als das in Ahaus aus.“ Das Lager in Brunsbüttel verfüge über eine Wanddicke von 1,20 Metern und eine Deckenstärke von 1,30 Metern. In Ahaus betrage die Wandstärke im unteren Bereich etwa 50 Zentimeter, im oberen Bereich und in der Decke nur 20 Zentimeter. Hartmut Liebermann an die Ministerin: „Das Lager müsste also heute bereits stillgelegt werden. An eine Verlängerung über 2036 hinaus sollten Sie nicht einmal denken.“
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Gleichwohl würde sich die Bürgerinitiative gerne mit Svenja Schulze zu einem Gedankenaustausch treffen. „Vielleicht bei einem der nächsten Besuche der Ministerin im Münsterland“, sagte Felix Ruwe. Da sei der Dienstweg ja relativ kurz – Svenja Schulze wohnt in Münster. Bei dem Treffen möchten Felix Ruwe und Co. ein weiteres Problem ansprechen: den geplanten Transport von Brennelementen aus dem Forschungsreaktor FRM II in Garching nach Ahaus. Das sei „ebenfalls inakzeptabel“.

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