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Atommüll-Transporte aus Ahaus nach Russland geplant

Bürger protestieren

AHAUS/DRESDEN Das Land Sachsen will Atommüll aus dem Zwischenlager in Ahaus über die Ostsee zur Wiederaufarbeitung nach Russland bringen. Dabei geht es um Brennstäbe aus einem Kernforschungszentrum bei Dresden, die seit Frühjahr 2005 in Ahaus lagern. Die Ahauser Bürgerinitiative gegen Atommüll ist entsetzt über die Pläne.

von MZ/dpa

, 14.08.2010

 Vorgesehen sind drei Transporte von je sechs Castor-Behältern mit insgesamt 951 Brennstäben aus dem früheren Kernforschungszentrum Rossendorf bei Dresden. Einen entsprechenden Bericht der „Sächsischen Zeitung“ bestätigte am Samstag der Sprecher des zuständigen Wissenschaftsministeriums, Karltheodor Huttner. Der Weg per Schiff über die Ostsee wird nach seiner Darstellung aus Sicherheitsgründen gewählt. „Der Seeweg ist leichter zu sichern.“ Zur exakten Route machen die Behörden keine Angaben, auch nicht dazu, welche Wiederaufbereitungsanlage das Ziel ist. Der genaue Zeitpunkt für die Transporte stehe noch nicht fest, sagte Huttner. Wahrscheinlich sollen die Behälter 2011 verschifft werden, eventuell auch schon zum Jahreswechsel 2010/2011.

Ministeriumssprecher Huttner sagte, die Kosten für die Atommüll-Transporte stünden noch nicht genau fest. Dem Zeitungsbericht zufolge werden sie im mittleren zweistelligen Millionenbereich liegen. Die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ äußerte sich „entsetzt“ über die geplanten Atommüllverschiebungen. Sie erinnerte daran, dass die 18 Castor-Behälter vor fünf Jahren mit erheblichen Kosten und einem immensen Polizeiaufgebot nach Ahaus kamen. „Wir sind für die nationale Verantwortung bei der Atommülllagerung. Wir sind gegen jegliche Atommüllverschiebung“, erklärte die Initiative. Das gelte sowohl für die Transporte nach Ahaus wie auch für die geplanten Transporte von Ahaus nach Russland.

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