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Bettings Mühle möchte Drogeriemarkt ansiedeln

Pampers statt Waschmaschine

Verträgt die Stadt Ahaus noch einen zweiten Drogeriemarkt? Wird die Innenstadt zu sehr geschwächt, wenn der außerhalb der Fußgängerzone eröffnet wird? Und darf einem Ahauser Geschäftsmann eine Weiterentwicklung seines Ladens abgeschlagen werden? Fragen, die die Kommunalpolitiker am Donnerstagabend im Planungsausschuss so einfach nicht beantworten wollten.

AHAUS

, 01.11.2014
Bettings Mühle möchte Drogeriemarkt ansiedeln

Mit dem Auto bis auf den Parkplatz vor der Ladentür: Bei Bettings Mühle geht das, beim Drogeriemarkt in der Innenstadt nicht. Politik und Verwaltung befürchten aber, dass genau dieser Vorteil der Innenstadt schaden könnte. Foto: Stephan Teine

Hermann Betting, Geschäftsführer von Bettings Mühle an der Bahnhofsstraße, möchte in seinem Geschäft eine Rossmann-Filiale unterbringen und dafür auf den Verkauf der weißen Ware - Kühlschränke, Küchengeräte und Waschmaschinen - verzichten. Doch Verwaltung und Politik tragen diesen Plan erst einmal nicht mit.

Ins aktuelle Einzelhandelskonzept passt ein Drogeriemarkt an dieser Adresse nicht. Das steht zwar noch auf dem Stand von 2006, wird aber gerade überarbeitet. Die Befürchtung der Verwaltung ist, dass der Markt dort zuviel Kundschaft aus der Innenstadt ziehen würde, so dass dort weniger Menschen einkaufen gehen. Auch der Bebauungsplan sieht bei Bettings Mühle keinen Drogeriemarkt vor. Ebenfalls wieder wegen der potenziellen Gefährdung der Innenstadt. "Der Drogeriemarkt in der Innenstadt ist ein absoluter Frequenzbringer", sagte Walter Fleige vom Fachbereich Stadtplanung. Und die Passantenzahlen kratzten auch so schon an der Untergrenze einer belebten Innenstadt. Das hatte jüngst auch eine Erhebung der IHK ergeben. Diese Funktion könnte durch einen zusätzlichen Drogeriemarkt gefährdet werden.

Den Markt für einen zweiten Drogeriemarkt in Ahaus sieht Betting ganz eindeutig. "Man kann mir nicht erzählen, dass ein Drogeriemarkt zentrenrelevant ist und nirgendwo anders eröffnet werden darf", sagt er. Seit dem Wegfall von Schlecker und Ihr Platz sei die Stadt - was Drogerieartikel angeht - extrem unterversorgt. Das habe auch ein Gutachten ergeben, das er in Auftrag gegeben habe. Und auch die Kette Rossmann habe großes Interesse. "Einen Vorvertrag habe ich schon in der Tasche, sonst hätte ich ja bei der Stadt gar nicht erst nachgefragt", sagt Betting. IHK, Gutachter und auch Rossmann ständen voll hinter ihm. Und auch in den umliegenden Städten und Gemeinden gebe es ja nicht nur im Stadtzentrum gut gehende Drogeriemärkte.

Betting will jetzt weiter sondieren und die Ausschusssitzung nicht näher kommentieren. Eins ist für ihn jedoch klar: "Die Ahauser wollen einen Drogeriemarkt, bei dem sie mit dem Auto bis vor die Tür auf den Parkplatz fahren können." Gerade für ältere Menschen oder Familien mit Kindern sei es doch schlicht unzumutbar, dass unhandliche Tüten quer durch die Innenstadt geschleppt werden müssen.

Die Politiker im Planungsausschuss schienen vom Antrag Bettings und den Aussagen hin- und hergerissen. Gänzlich ablehnen wollte die Pläne am Donnerstagabend niemand. Wirklich zustimmen konnten sie ihnen aber auch nicht. Sie wollen sich jetzt erst noch einmal umfassend informieren und Gespräche führen. Eine Entscheidung zu dem Thema haben sie bis zur nächsten Sitzung des Planungsausschusses im Dezember vertagt.

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