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Der erste Spatenstich für schnelles Internet im Außenbereich ist erfolgt

Glasfaserausbau

Der Glasfaserausbau in den Außenbereichen startete am Freitagmittag in Ottenstein mit dem symbolischen ersten Spatenstich. Die beteiligten Firmen stehen jetzt vor einer gewaltigen Aufgabe.

Ottenstein

, 06.07.2018
Der erste Spatenstich für schnelles Internet im Außenbereich ist erfolgt

Erster Spatenstich fürs schnelle Internet: Bürgermeisterin Karola Voß (3.v.r.), Stadtwerke-Chef Karl-Heinz Siekhaus (5.v.l.) und die Ortsvorsteher Christian Rudde (6.v.r.) Karl-Heinz Terbrack (5.v.r.) und Beatrix Wantia (7.v.l.). © FOTO: Christian Boedding

Am Rande eines Maisfeldes begann am Freitagmittag die digitale Zukunft für die Ahauser Außenbereiche. Gegenüber des Parkplatzes am Hülsta-Werk in Hörsteloe nahmen Vertreter der Stadt, des Rates, der Stadtwerke, der Betreibergesellschaft, der Wirtschaftsförderung und der beteiligten Bauunternehmen den symbolischen ersten Spatenstich vor. Insgesamt 15 Millionen Euro fließen in den Breitbandausbau der Ortsteile.

Bürgermeisterin Karola Voß sprach von einem „ganz großen Projekt“, von dem sie zwischenzeitlich gedacht habe, dass es nicht zu schultern sei. „Die Anforderungen waren enorm hoch.“ Stadtwerke-Geschäftsführer Karl-Heinz Siekhaus berichtete von etlichen Terminen, bis die Fördermittel aus Düsseldorf bewilligt worden seien. „Als der Mittelbescheid kam, konnten wir es zuerst gar nicht glauben.“

Das Land steuert 13,8 Millionen Euro für den Ausbau bei, den Rest trägt die Stadt. Die Stadtwerke Ahaus erhielten den Zuschlag zum Bau und Betrieb der Glasfasernetze im Außenbereich. „Ohne die Förderung, rein privatwirtschaftlich, hätte der Ausbau nicht funktioniert.“ In den nächsten 19 Monaten – Karl-Heinz Siekhaus sprach von einer relativ überschaubaren Bauzeit – werden 580 Kilometer Leerrohre verlegt und 817 Hausanschlüsse erstellt. „Alle stehen Gewehr bei Fuß“, sagte der Stadtwerke-Chef und meinte damit die beteiligten Baufirmen. „Die Unternehmen mit freien Kapazitäten sind überschaubar.“

Material wird knapp dank Donald Trump

Reinhold Laurich, Geschäftsführer der Stadtlohner Datavision-Group (Stadtwerke-Kooperationspartner) sah für sein Unternehmen ebenfalls eine große Aufgabe. Gilt es doch, mehrere tausend Kilometer Glasfaserleitungen durch die Leerrohre zu verlegen. Eine Aufgabe, die nicht einfacher geworden ist, seit Donald Trump Präsident der USA ist. „America first“ gelte auch in Sachen Glasfaserkabel, Europa spüre eine Materialverknappung. Weltweit gebe es nur eine Handvoll Hersteller von Glasfaserkabeln. Das Unternehmen in den USA habe seinen Exportanteil von fast 40 auf 10 Prozent zurückgefahren. Datavision kaufe inzwischen Mengen auf dem asiatischen Markt. Reinhold Laurich beruhigte aber die Anwesenden: „Für die ersten Ausbau-Lose ist das komplette Material da.“ Doch bis die Glasfaserkabel verlegt werden können, sind erst einmal die Firmen Kerkfeld Tiefbau aus Gescher und HJ Tiefbau aus Metelen gefordert. „Wir müssen schon ein paar Kilometer unter der Erde buddeln“, sagte Hajro Jusofovic aus Metelen. „Wir schaffen das gemeinsam und im geplanten Zeitraum“, ergänzte Udo Kerkfeld. Der Tiefbau macht etwa zwei Drittel der insgesamt benötigten Bauzeit aus. Die beiden Firmenchefs nutzten den Termin am Freitag gleich für eine erste Baubesprechung.

Vorteile für Landwirtschaft

„Das Warten hat sich gelohnt“, sagte Ottensteins Ortsvorsteher Karl-Heinz Terbrack mit Blick auf das schnelle Internet. Vor allem die Ankündigung der Stadtwerke, auch Haushalte anzuschließen, die nicht in den Genuss der Förderung kommen, habe viele Hörsteloer und Ottensteiner beruhigt.

Das schnelle Internet im Außenbereich bringe vor allem der Landwirtschaft enorme Vorteile. Es gebe kaum einen Arbeitsprozess, der noch ohne Digitalisierung auskomme, erklärte der Graeser Ortsvorsteher Christian Rudde. Die Wessumer Ortsvorsteherin Beatrix Wantia tat kund, dass in Wessum der komplette Außenbereich von der Förderung profitieren könne.

Die Resonanz auf das Stadtwerke-Angebot sei „sehr gut“, berichtete Karl-Heinz Siekhaus. Es seien schon 200 unterschriebene Verträge zurückgekommen. Das entspricht einer Anschlussquote von etwa 25 Prozent. Die Stadtwerke rechnen damit, dass die Quote zum Schluss bei etwa 70 Prozent liegen wird. Reinhold Laurich nannte gar eine Anschlussquote von 85 Prozent. Ende des Jahres sollen die ersten Bauabschnitte in Betrieb gehen, gut vier Monate Bauzeit werden pro Abschnitt benötigt. In Alstätte startet der Ausbau voraussichtlich im November.

„So günstig bekommen sie es nicht wieder.“ Inken Steinhauser von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises meinte damit die Gebühr für den einmaligen Glasfaser-Anschluss in Höhe von 99 Euro. „Das ist fast schon ein Geschenk“, sagte Stadtwerke-Chef Karl-Heinz Siekhaus. Der Preis gilt jedoch nur während der Baumaßnahme. Danach wird die Anschlussgebühr deutlich teurer und steigt auf 1199 Euro. Als Fristende nannte Karl-Heinz Siekhaus „den Moment, wenn alle Fahrzeuge abgezogen sind und auch das Material verbaut ist.“ Wer einen Glasfaseranschluss möchte, kann auch die Mitarbeiter der beteiligten Rohrleitungsbaufirmen ansprechen. Diese geben die Info an die Stadtwerke Ahaus weiter.
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