Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Die Realschule im Vestert hat zum letzten Mal vor ihrer Auflösung Schüler entlassen

Doppeltes Schul-Ende

Die Übergabe der Abschlusszeugnisse ist etwas Besonderes. Umso mehr, wenn auch die Lehrer „entlassen“ werden. So an der Realschule im Vestert.

Ahaus

29.06.2018
Die Realschule im Vestert hat zum letzten Mal vor ihrer Auflösung Schüler entlassen

Zeugnisübergabe an 130 Absolventen: Schwerstarbeit für Konrektorin Nicole Mühlenhoff und die anderen Klassenlehrer. MLZ Fotos Hildebrand-Stubbe

Bis die 130 Zehntklässler der Realschule im Vestert (RiV) am Freitag ihre Zeugnisse samt roten Rosen und Erinnerungsfotos mitnehmen kannten, dauert es einen ganzen Vormittag. Mit einem Gottesdienst zum Start und einem offiziellem Programmteil im Anschluss. Für Schulleiter Kai Sachse und viele seiner Kollegen war es bereits die 16. Verabschiedung an der RiV, diesmal aber definitiv die letzte. Da der Ahauser Rat vor sechs Jahren das Aus der Schule beschlossen hatte, beendete jetzt der letzte Jahrgang dort in der Sporthalle feierlich seine Schulzeit. Ein historischer Tag für Schüler, Lehrer, Eltern und alle die vielen anderen Mitarbeiter.

Historischer Tag

Der Dresscode mochte an diesem Morgen so gar nicht zum Ort des Geschehens passen, unterstrich aber die Bedeutung des Anlasses: Festliche Kleider, kurz oder lang, High Heels, Jackett, Fliege, Krawatte statt Sportklamotten. Der Schulleiter verzichtete auf WM-Anspielungen und stellte bei seiner Rede das Motto des 2018-er-Jahrgangs heraus: „Von Anfang bis Ende, wir bleiben Legenden“. Für das, was ihm als besonders legendär haften geblieben war, fand er zahlreiche Beispiele. Die Abschlussfahrt nach Barcelona, das Schüler-Lehrer-Fußballspiel zum Beispiel. Oder auch die besonderen Menschen an der Schule: „Wir hatten den besten Hausmeister der Welt.“ Als „wahrhaft legendär“ hob Sachse die sozialen Projekte der Schüler hervor, er lobte deren Kreativität und das nicht nur bei der Formulierung von Ausreden. Die Schule habe durch die Fülle an Angeboten das Potenzial geboten, um sich weiter zu entwickeln. Er hoffe, dass man sich an eine Schulzeit erinnere, auch wenn die Schule gar nicht mehr existiere, in der „ihr nicht nur Legenden wart.“

Bürgermeisterin Karola Voß wünschte den Entlassschülern, „dass sie etwas finden, was sie glücklich macht.“ Sie sollten sich stets ihrer Stärken bewusst sein. Ihr Appell: „Schmieden sie einen Plan!“. Und in Anspielung auf den besonderen Jahrgang: „Das Beste kommt zum Schluss.“

Vom „starken Damenteam“ um Doris Ungrund und den anderen Elternvertreterinnen gab es ein – auch musikalisches Dankeschön – an den Kapitän, der immer Kurs gehalten habe, an seine Mannschaft und Glückwünsche an die 130 Matrosen, die das (sinkende) Schiff verlassen.

In die gleiche Richtung zielte der Dank der beiden Schülersprecher, Danara Kalkin und Hauke Beltermann, ab: für gute Nerven, Geduld, Hartnäckigkeit und Strenge der Lehrer, wodurch man sich habe bewusster werden können.

Dank und Glückwünsche

Dr. Annegret Heemann, die es geschafft hatte, alle Zehner-Klassen zu einem musikalischen Beitrag bei der Feier zu bewegen, erweiterte ihren Dank an die Schulleitung „für die tolle Ausstattung“ um den ehemaligen Schulleiter Willi Möllers. Und Kai Sachse hatte bei seinem Schlusswort gleich eine ganze Dank-Liste abzuarbeiten. Neben Möllers standen darauf die Kollegen Ute Reichelt und Dirk Schütte, die von Beginn an dabei waren, eigentlich aber alle Mitarbeiter, deren Solidarität und Unterstützung er betonte. An Hausmeister, eigentlich das Hausmeisterpaar, Marlies und Ludger Leuker, gerichtet: „Wir wissen, was für ein Glück wir mit euch hatten.“

Und an die Schüler: „Ihr wart die Seele der Realschule.“ Eine Schulform, für die er sich grundsätzlich eine Zukunft wünschte und die es an der Anne-Frank-Realschule noch gibt. Tränen flossen an diesem Tag bestenfalls aus Freude oder wegen unerwarteter Noten. „Wir hatten ja genügend Zeit, uns auf den Abschied vorzubereiten“, so erklärt das Kai Sachse.

Auch dank der Stadt habe man nie jemandem das Gefühl geben müssen, eine „Resteschule“ zu sein. Daher gehe es jetzt auch nicht um Trennungsschmerz: „Wir wollen nicht trauern, sondern gebührend feiern.“ Beim Sektempfang im Anschluss und erst recht bei der Party bei Tobit am Abend.

Lesen Sie jetzt