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Die lange, nasse Nacht am Lönsweg

Hochwasser

AHAUS Seit 1965 leben Helga (75) und Werner (81) Beckers am Lönsweg und an der Aa - an eine Überschwemmung dieses Ausmaßes können sie sich nicht erinnern.

von Von Manfred Elfering

, 27.08.2010
Die lange, nasse Nacht am Lönsweg

Eine "Wasserstraße" in Ahaus.

"Wir haben schon sehr früh die Feuerwehr verständigt, als wir merkten, dass im Keller Land unter ist. Das Wasser sprudelte regelrecht aus den Lichtschächten", erinnert sich Helga Beckers an den Beginn einer langen, nassen Nacht. "Es muss noch vor 18 Uhr gewesen sein", stimmt Werner Beckers zu. 18 Uhr am Donnerstagabend - eine Zeit, zu der das ganze, sich anbahnende Unheil noch gar nicht abzusehen ist.Sinnloser K(r)ampf Die Feuerwehr kommt, pumpt den Keller leer - und wird zum nächsten Einsatz gerufen. Die Beckers indes haben wenig Zeit zum Verschnaufen: "Es ging die ganze Nacht durch: Immer wenn wir dachten, jetzt wird es besser, der Spiegel sinkt, ging es nach fünf Minuten wieder von vorne los." Helga Beckers ruft ihren Sohn Helmut zu Hilfe. Mit einer Saugpumpe versuchen sie, des Wassereinbruchs Herr zu werden, doch irgendwann geben sie auf. Pech im Unglück: Auf der feuchten Kellertreppe rutscht die 75-Jährige aus und verletzt sich an Fuß, Ellenbogen und Rücken. Nachts um 3 Uhr geht es ins Krankenhaus zum Notdienst. Gott sei Dank nichts gebrochen, die Risswunde am Fuß wird genäht. Dann geht es wieder zurück nach Hause in eine schlaflose Nacht. "Ich muss sagen, so etwas habe ich noch nicht erlebt. Das haben auch die Nachbarn bestätigt, und die wohnen noch viel länger hier", ist Helga Beckers immer noch fassungslos, während am Freitagmittag die Wassermassen weiterhin durch die übergetretene Aa gurgeln. Der Lönsweg in diesem Bereich und der Parkplatz am Haus der Landwirtschaft sind nach wie vor von einer braunen Suppe bedeckt - kein Ende in Sicht. Es beginnt wieder zu regnen. Und zu allem Überfluss ist auch noch das Telefon ausgefallen...

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