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Diese Künsterlin malte Blitzporträts - kostenlos

Oldenkottplatz

AHAUS Ein kleiner Stand am Oldenkottplatz hat die Besucher der Ahauser Innenstadt am Samstag angezogen. "Zeig mir dein schönstes Lächeln", hörte man dort stets von einer Stimme mit sympathischen russischem Akzent. Es ging um Kunst - kostenlos und zum Mitnehmen.

von Von Lisa Tretow

, 01.08.2010

Erstaunt blicken sich die Passanten um und entdecken die diplomierte Kunstlehrerin Julia Hintemann ganz versunken beim Zeichnen von Blitzportraits im Rahmen einer City-Aktion der Ahaus Marketing und Touristik GmbH. Die Neugier der Fußgänger ist geweckt und so schiebt man sich durch die dichte Warteschlange, um mehr von der Künstlerin und gebürtigen Weißrussin zu sehen. Ruhig und geduldig kniet Julia Hintemann auf dem Boden und zeichnet mit wenigen und präzisen Strichen den achtjährigen Linus Kühlkamp.

Die Künstlerin setzt gekonnt auf dunkle Kohlestiftakzente konträr zu den helleren Kreideschattierungen. Vereinzelt fügt sie blaue und violette Linien als kleine Highlights im Bild mit ein, um dem Portrait Lebendigkeit und mehr Ausdruck zu verleihen. Anschließend verwischt sie stärkere Linien mit einem Pinsel, um Übergänge noch intensiver und sanfter wirken zu lassen. "Die Augen sind enorm ausdrucksstark und sehr naturgetreu", bewundert Sofia Stromann aus Ahaus. Zum Schluss noch etwas Fixaktiv-Lack auf das Bild und fertig. Grade mal zehn Minuten benötigte die Künstlerin. ,,Das Bild ist richtig toll. Ich freue mich schon ganz doll darauf, wenn das Bild Zuhause hängt. Außerdem muss sie unbedingt noch meine beiden Hunde Jette und Merle malen", freut sich Linus Kühlkamp und hält stolz sein Portrait fest. Zum Dank überreicht er Julia Hintemann eine Packung mit Schokoherzen. Verlegen und erfreut nimmt diese das Dankeschön herzlich an. Doch eine längere Pause gönnt sich Julia Hintemann nicht und zeichnet sofort weiter. Seit zwölf Jahren malt sie sehr abwechslungsreiche Bilder und versucht dabei auch ihrem Vorbild Marc Chagall nachzueifern, in dessen Heimatstadt Witebsk sie bereits studiert hatte.

Zu den Blitzportraits kam sie in ihrem dritten Kunststudienjahr und erklärt mit strahlenden Augen, dass die Kunst ihre größte Leidenschaft sei. Dabei erklärt sie bescheiden, dass man nicht unbedingt eine gute Menschenkenntnis braucht, sondern, dass sie einen kurzen Eindruck vom Menschen wiedergibt. So erstaunt es nicht, dass die vielen portraitierten Besucher glücklich über die gelungenen Bilder waren. Der innigste Wunsch der Künstlerin ist es einmal eine riesengroße Wand bemalen zu können, damit sich jeder an dem Werk erfreuen kann. Wer nun neugierig geworden ist kann ab dem Alter von sechs Jahren bei ihren VHS-Kursen vorbeischauen und sein künstlerisches Talent entdecken.

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