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Feuerwehr sichert kippenden Kran

Neubaugebiet Wessum

Ein Baukran drohte am Dienstagnachmittag in einem Neubaugebiet in Ahaus-Wessum auf ein Gebäude zu stürzen. Die Feuerwehr hat den Kran stabilisiert.

Ahaus

von von Sylvia Lüttich-Gür

, 18.08.2010
Feuerwehr sichert kippenden Kran

Um den gelben Baukran vorm Kippen zu bewahren, hält ihn ein anderer, zur Baustelle gerufener Autokran der Firma Greving fest.

„Bitte verlassen Sie sofort Ihr Haus. Der Baukran von nebenan droht aufs Dach zu fallen.“ Es war gegen 15.20 Uhr, als gestern ein Feuerwehrmann bei Familie Rölver schellte und diese Mitteilung machte. Die junge Familie wirft sich Jacken über und stürmt nach draußen in den Regen. Drei Stunden sollte es dauern, bis sie zurückkehren kann – und die 14 Tonnen schwere Gefahr über ihren Köpfen und denen der Nachbarn im Neubaugebiet Hoher Kamp West gebannt ist.Kran stand seit sechs Wochen Rund sechs Wochen hatte der gelbe, etwa 20 Meter hohe Baukran stabil vor einem Rohbau gestanden. Gestern war er ins Rutschen gekommen. Die Mitarbeiter der Baufirma Martin und Itermann aus Wesel hatten die gefährliche Schieflage bemerkt. „Wir waren gerade dabei zusammenzupacken“, berichtet Stepan Martin, „wegen des Dauerregens“. Er und seine beiden Kollegen reagieren sofort und alarmieren Feuerwehr und Polizei. Heinz Winkelhaus leitet für die Feuerwehr den Einsatz – den ersten dieser Art, den der erfahrene Feuerwehrmann erlebt. Auch die Polizisten vor Ort und der Vertreter des Ordnungsamtes können sich nicht an einen Kran in so gefährlicher Schieflage erinnern.Autokran stützt Als Sofortmaßnahme hat Winkelhaus die Drehleiter angefordert – und einen Autokran der Firma Greving. Von der Drehleiter aus befestigen Feuerwehrleute starke Seile zwischen dem kippenden Mobilkran und dem stabilen Autokran. Falls der eine fällt, soll der andere ihn halten – und das Schlimmste verhindern: die Zerstörung des Rohbaus und der benachbarten, schon bezogenen Häuser. Damit das rutschende Baugerät, an dessen Ausleger eine Betonbombe pendelt – „zum Glück leer“, wie Winkelhaus sagt – , nicht weiter rutscht, stützen inzwischen kräftige Holzbohlen ihren Fuß.Monteur aus Langenberg Nachdem die akute Gefahr gebannt ist, beginnt das Warten auf Mitarbeiter der Kranfirma aus Langenberg bei Düsseldorf. Gegen 17.15 Uhr treffen sie ein. Ein geübter Blick des Monteurs, und die angespannten Minen der Wartenden entspannen sich: „Das kriegen wir hin“, meint er. Die Experten lassen per Fernsteuerung den Ausleger einfahren und klappen dann Stück für Stück den schiefen 20-Meter-Riesen zusammen. Was die Ursache für das Beinahe-Unglück war? Der Mitarbeiter der Firma, die das Gerät aufgestellt hat, will sich dazu noch nicht äußern. Für die Bauarbeiter und die Rettungskräfte vor Ort steht jedoch fest, dass es etwas mit dem seit Tagen andauernden, starken Regen zu tun hat. „Der Untergrund ist einfach aufgeweicht“, so Martin. Schon Erfahrungen mit Kran gemacht Familie Rölver, die die Rettungsaktion aus einem Nachbarhaus verfolgt hat, ist glücklich, wieder in ihrem unbeschadeten Haus zu sein. Dass Kräne gefährlich sein können, hat sie nicht zum ersten Mal erlebt. Ein anderer Baukran, dessen Ausleger nicht festgestellt war, hatte vor wenigen Jahren einen Teil des Daches abgedeckt.

 

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