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Gaststätte Möllers hat noch viel vor

Gerüchte stimmen nicht

Das Kneipensterben überall und auch in Ahaus - seit Langem ein leidiges Thema. Zum Ende des Jahres schließen gleich drei hiesige Lokale ihre Pforten: Logo, Yesterday und Ratshotel. Faulus Demir, Pächter der Gaststätte Möllers, setzt sich nun gegen die anhaltenden Gerüchte zur Wehr, dass sein Lokal das nächste sei. Ganz Im Gegenteil: Er hat noch viel vor.

Ahaus

von von Johannes Schmittmann

, 31.10.2016
Gaststätte Möllers hat noch viel vor

aulus Demir hat vor, noch sehr lange Bier zu zapfen in der Gaststätte Möllers am Walll. Diese hat er seit Anfang 2015 gepachtet. Sein Bruder Fetrus Demir hilft ihm beim Service.

"Die Gerüchte um eine Schließung gab es schon unter meinem Vorgänger Burkhard Möllers", schildert der 26-jährige Faulus Demir. Sein jüngerer Bruder Fetrus und er haben seit Anfang 2015 die Gaststätte an der Wallstraße gepachtet. Er weiß nicht genau, wo die Gerüchte herkommen, aber glaubt, den Grund zu kennen: "Das direkt anliegende Nachbargebäude wird wegen Einsturzgefahr abgerissen."

 "Ich bin hier noch lange nicht fertig!"

Auch in seinem Lokal seien Gutachter gewesen, allerdings nur zur Beweissicherung, wie Demir betont: "Das ist Routine. Wenn durch den Abriss Schäden an meinem Laden entstehen, müssten sie von potenziellen älteren Schäden unterschieden werden können." Dass die Gerüchteküche nun brodelt, überrascht ihn wenig. Durch die Schließung der drei anderen Lokalitäten werde in Ahaus nur auf die restlichen gewartet. Davon will er aber nichts wissen und gibt sich kämpferisch: "Ich bin hier noch lange nicht fertig!"

In letzter Zeit habe er einen leichten Aufwärtstrend erkannt: "Die Leute lernen die klassische Kneipe wieder schätzen. Hier redet jeder mit jedem." Um seine Gaststätte dem Kneipensterben zu entziehen, habe er eine Reihe von Maßnahmen ergriffen. Sein neustes Highlight: Eine Hightech-Dartscheibe der Firma Radikal - die einzige in Ahaus und umliegenden Orten. Vor allem für die im Möllers heimischen Dart-Mannschaften sei das wichtig.

Ein Holländer kommt eigens für die Bundesligaübertragung 

Außerdem hält er als einer der wenigen Wirte trotz der signifikanten Steigerung der Sky-Gebühren noch an der Bundesligaübertragung fest: "Es ist ein Plus-Minus-Null-Geschäft, aber die Fans beleben das Gesamtbild". Die zwangsläufigen Diskussionen zwischen den verschiedenen Fan-Lagern seien dabei immer friedlich verlaufen. Besonders stolz ist er auf einen Gast: "Ein Holländer kommt jede Woche extra mit dem Zug aus Enschede, um hier seine zwei, drei Bier zu trinken."

Abschließend ist Faulus Demir noch wichtig eines hervorzuheben: "Rassismus habe ich in Ahaus nie erlebt." Viele hätten ihm am Anfang als Aramäer davon abgeraten eine deutsche Traditionskneipe zu übernehmen. Mittlerweile ist er Festwirt des Schützenvereins Feldmark Süd, richtet Nachbarschaftsfeste aus und bietet Dart-Turniere an: Man kann behaupten, der gebürtige Sinsheimer ist angekommen. Und der Nachwuchs steht praktisch schon in den Startlöchern: Faulus Demirs Frau Maria ist hochschwanger.

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