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Heimatverein setzt sich für Streuobstwiesen ein

Kooperation mit Getränkehandel

ALSTÄTTE Früher hatte sie jeder Landwirt: Die hofnahe Streuobstwiese ist auch in Alstätte seltener geworden, aber es gibt sie noch im Dorf an der Grenze. Ihre große ökologische Bedeutung ist längst erkannt. Jetzt hat der Heimatverein mit einem Getränkehandel und einer Obstkelterei Nägel mit Köpfen gemacht.

von Von Ralph Schippers

, 18.08.2010
Heimatverein setzt sich für Streuobstwiesen ein

Wollen mit der Errichtung der Apfel-Annahmestelle einen Beitrag zum Erhalt der Streuobstwiesen leisten (v.l.): Martin Ellerkamp (Getränke Ellerkamp), Hermann Homann (Heimatverein Alstätte und Mitarbeiter Ellerkamp) sowie Dr. Peter van Nahmen (Geschäftsführer Privatkelterei van Nahmen).

In einem Projekt sind im Gerwinghook entlang der Wirtschaftswege Obstbäume angepflanzt worden. Etwas für den Naturschutz tun und die oftmals alten Obstsorten sinnvoll nutzen – diese Idee treibt den Heimatverein schon seit Längerem um.    Jetzt hat er Nägel mit Köpfen gemacht: In Kooperation mit dem Getränkehandel Ellerkamp und der Obstkelterei van Nahmen richten die Heimatfreunde ab Anfang September eine Apfelannahmestelle am Getränkehandel an der Münsterstraße ein. „Es ist eine Aktion, die sich nicht nur für uns, sondern auch für den Anlieferer und die Natur lohnen soll“, erklärt Dr. Peter van Nahmen, Geschäftsführer des seit 1917 bestehenden Traditionsbetriebs aus Hamminkeln bei Bocholt. Rund neun bis zehn Euro Erlös pro 100 Kilogramm kann erwarten, wer seine Äpfel im Herbst bei Ellerkamp abgibt. Es besteht aber auch die Möglichkeit, die Äpfel gegen bereits in 0,7-Liter-Flaschen verpressten Saft einzutauschen.

Naturschutzgedanke

Mit der Aktion verbinden die Kooperationspartner aber nicht nur einen ökonomischen Hintergrund. Wichtig ist ihnen vor allem auch der Naturschutzgedanke. Hochstamm-Obstwiesen sind ein wertvoller Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Sie stellen für diese Arten, deren ursprüngliche Lebensräume stark verändert oder sogar ganz zerstört worden sind, Ersatzbiotope dar. Die Bäume geben zum Beispiel Steinkauz und Neuntöter Unterschlupf – Arten, die auf der Roten Liste geführt werden. Aber auch Schmetterlinge sowie viele Insekten finden in den Bäumen eine Heimstatt. Die Initiative soll einen Anreiz zum Erhalt der für Westfalen so typischen Kulturlandschaft Streuobstwiese schaffen. Mehr noch: Auch die Neuanpflanzung neuer Obstbaumbestände – gerne auch der „alten Sorten“ wie „Dülmener Rose“, „Kaiser Wilhelm“ oder „Boskoop“ – soll vorangetrieben werden.

Apfel-Aktionstag

„Wer jetzt neu pflanzt, kann bei entsprechender Pflege in acht bis zehn Jahren jährlich mit einem Ertrag von 200 bis 400 Kilogramm Obst pro Baum rechnen“, so Peter van Nahmen. Auch seien Kurse zum richtigen Obstbaumschnitt und Aktionen zur Sortenbestimmung geplant. Der Heimatverein Alstätte, so kündigte Vorstandsmitglied Hermann Homann an, werde zudem im Herbst einen Aktionstag rund um den Apfel unter anderem mit Apfelkuchenbacken organisieren.

Die Annahmestelle wird Anfang September samstags und eventuell auch am Freitag bei Getränke Ellerkamp an der Münsterstraße in Alstätte eingerichtet. 

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