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Jahrhundertereignis überstanden

Erste Zwischenbilanz

AHAUS. Ein Fazit konnte Bürgermeister Felix Büter am Samstag um 15 Uhr noch nicht ziehen: Zu der Zeit konnte im Ortsteil Alstätte noch keine Entwarnung gegeben werden. Aber nach der „hoffentlich letzten Lagebesprechung“ im Rathaus wurde Zwischenbilanz gehalten: „Ein paar bewegte Tage liegen hinter uns“, so der Bürgermeister.

von Von Anne Winter-Weckenbrock

, 28.08.2010

Insgesamt 4500 Anrufe – darunter sicher auch Doppelmeldungen – waren bei der Feuer- und Rettungswache eingegangen. Bis Samstag, 14 Uhr, waren 1400 Wassereinsätze geleistet worden, etwa ein Dutzend technische Einsätze (gebrochene Gasleitungen etc) kamen hinzu. „Dies alles wurde von 1065 Kräften bewältigt, zeitgleich waren jeweils rund 550 im Einsatz“, blickten Bürgermeister Felix Büter und Feuerwehrchef Berthold Büter zurück. Die Freiwillige Feuerwehr Ahaus und das THW erhielten Unterstützung von 13 Freiwilligen Feuerwehren aus dem Kreis Borken, von Einheiten der Berufsfeuerwehren aus Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Düsseldorf, Leverkusen und Köln, vom DKR, DLRG und dem Malteser Hilfsdienst. Ein Feuerwehrmann hat sich einen Finger gebrochen, darüber hinaus war nichts von Verletzten bekannt. Alle Haushalte in Ahaus seien wieder ans Stromnetz angeschlossen, bis auf die alte B70 in Höhe der Moorbachbrücke seien auch alle Straßen wieder passierbar. Und: Die Schule kann auch in Ahaus wieder am Montag beginnen.

Beim Rückblick auf das Jahrhundertereignis in Ahaus betonte der Bürgermeister fest, dass Prioritäten hatten gesetzt werden müssen. Die höchste hatte die Kläranlage: „Es ist gelungen, sie die ganze Zeit im Pumpfunktion zu halten“, stellte Büter zufrieden fest. Rund 40 Angestellte und Feuerwehrleute seien über Stunden von der Außenwelt abgeschnitten gewesen –„das war eine Herausforderung“. Es galt, die Elektrik des von Wasser umschlossenen Klärwerks von Wasser frei zu halten – zeitweise eine Angelegenheit von nur wenigen Zentimetern. Dafür brauchte es an Einsatzkräften und Pumpen ebenso wie an den Umspannstationen im Stadtgebiet. „Wenn die nicht mehr funktionieren, funktioniert auch keine Pumpe mehr“, ordnete Feuerwehrchef Berthold Büter die Bedeutung der Energieversorgung ein. Auf Platz drei der Prioritäten standen die Verkehrswege – nicht zuletzt um den Weg für die Einsatzkräfte frei zu halten.

Aus diesem Grund habe es manchmal gedauert, bis die Feuerwehr sich um voll gelaufene Keller kümmern konnte, was ohnehin nur dort möglich war, wo das abgepumpte Wasser auch abfließen konnte. Dies war bis zum Samstagnachmittag beispielsweise in Graes noch nicht möglich – dort hielt sich der Pegel. Nur einige verärgerte Anrufe habe es gegeben, resümierte der Bürgermeister: „Die Bevölkerung ist sehr besonnen mit der Situation umgegangen, obwohl wirklich viele Grund für Frust hatten.“Insgesamt sprachen der Bürgermeister, der Feuerwehrchef und Theo Witte vom Fachbereich Ordnung den Einsatzkräften und vielen freiwilligen Helfern großen Dank aus. „Das Engagement war unbeschreiblich. Es war ein begeisterndes Bild“, freute sich Berthold Büter. Auch die Zusammenarbeit mit der Polizei und Stadtwerken sei sehr gut verlaufen, resümierte der Bürgermeister.

  • Die Hotline bei der Stadt wurde am Samstagabend eingestellt, Hilfesuchende können sich aber jederzeit bei der Feuer- und Rettungswache (Tel. 95410 oder Notruf 112) melden.
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