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„Jeder Tag ist hier anders“

Freiwilliges Soziales Jahr

Sie unterstützt Menschen mit Behinderung am Arbeitsplatz: Jasmin Müller macht ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der Werkstatt von Haus Hall in Ahaus. Für sie ist es eine Zeit der beruflichen Orientierung.

AHAUS

08.06.2012
„Jeder Tag ist hier anders“

Jasmin Richter absolviert ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Werkstatt von Haus Hall in Ahaus.

„Ist das wirklich etwas für mich? Kann diese Arbeit auf Dauer Spaß machen?“ Solche und ähnliche Fragen beschäftigten sie am Anfang. Das war im September 2011. Die Arbeit mit Menschen mit geistigen und körperlichen Handicaps war etwas völlig Neues für sie. Auch ihre Einsatzstelle selbst war eine Neugründung. Unter dem Dach der Haus Haller Werkstatt an der Industriestraße wurde im Herbst 2011 schrittweise eine Gruppe zur intensiven Betreuung von Menschen mit mehrfacher Behinderung aufgebaut. Vertrauensvolle Beziehungen aufnehmen, Räume gestalten, ein Team bilden –„das war und ist eine spannende Zeit und ich bin froh, dabei zu sein“, sagt Jasmin. Längst hat sich der Alltag eingespielt: „Ich assistiere den Beschäftigten bei der Arbeit; das sind vor allem Montage- und Verpackungsarbeiten“, erklärt die 21-Jährige. Zu ihren Aufgaben gehört es genauso, beim Essen behilflich zu sein und auch sonst jede Form von Unterstützung zu leisten. Weil von den zehn Beschäftigten keiner mit Worten, sondern nur mit Gesten und Lauten „spricht“, sind genaues Beobachten und Einfühlen wichtig.

Über die Entwicklung der Beschäftigten tauscht sich Jasmin regelmäßig mit ihren beiden Kollegen aus. In ihrem kleinen Team fühlt sie sich voll anerkannt: „Ich werde nicht einfach zu Hilfsarbeiten abkommandiert, sondern ich gehöre dazu, kann Vorschläge machen und mitreden.“ Was ihr an ihrer Arbeit gefällt? „Dass es hier nie langweilig wird“, antwortet die junge Frau spontan. Jeder Tag sei anders, weil es eben um die Menschen gehe. Man könne lernen, schrittweise Verantwortung zu übernehmen und ganz persönliche Hilfe zu leisten. Dafür nimmt sie die tägliche Busfahrt aus Schöppingen in Kauf. Dass es das Freiwillige Soziale Jahr überhaupt gibt, hatte Jasmin von ihrer älteren Schwester erfahren, die damit positive Erfahrungen gemacht hatte. Kurzerhand bewarb sich auch Jasmin im Anschluss an ihre erste Ausbildung bei der „Freiwillige Soziale Dienste GmbH“ Münster. Dann ging alles ziemlich schnell, schon nach kurzer Zeit hatte sie eine Zusage. Sie hat es nicht bereut: „Zu erleben, wie die Menschen auf mich zugehen, sie lachen sehen und mitbekommen, wie zufrieden sie sind trotz ihrer Behinderung, das füllt mich aus“, sagt sie. Im Sommer endet ihr FSJ. Für sie steht fest, dass sie beruflich in diesem Bereich bleiben will. Neben der Stiftung Haus Hall bieten auch andere Träger das FSJ an. Mitmachen können junge Leute zwischen 16 und 27. Der Einsatz kann auch in Kinder- und Jugendeinrichtungen erfolgen oder in Seniorenheimen oder Sportvereinen. Ganz ähnlich ist der Bundesfreiwilligendienst von sechs bis 24 Monaten. Auch die „Bufdis“ erhalten ein Taschengeld von 330 Euro monatlich, können aber aus allen Altergruppen kommen. 

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