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Nach dem Hochwasser das große Aufräumen

Reportage

AHAUS An der Coesfelder Straße ist samstagsvormittags normalerweise Hochbetrieb: Lebensmittelmärkte, Bekleidungsgeschäft, Fahrradladen laden zum „Shopping“ ein. Am Tag zwei nach dem Hochwasser ist das anders: Rot-weiße Flatterbänder versperren den Weg zu den Geschäften - vor denen große Container stehen. Das Aufräumen nach dem Hochwasser dauert an.

von Von Anne Winter-Weckenbrock

, 28.08.2010

Hans-Joachim Greving wirft Unrat in einen großen Container. Sein „Imbiss zum Aabach“ stand bis zu 60 Zentimeter unter Wasser. „Und gebrannt hat es gestern auch noch. Totalschaden“, stellt er nüchtern fest. Um 17.30 Uhr - alles war schon überflutet – löste ein Schmorbrand im Verteilerkasten des Gebäudes an der Coesfelder Straße einen Brand aus. Die alarmierte Feuerwehr ging unter Atemschutz zu Werke und löschte – allerdings mit Schaum.

Das Wasser kam in der Nacht zu Freitag – und blieb bis am späten Freitagabend. „Da war nichts zu machen, es hieß nur laufen lassen“, blickt Greving zurück. Ab 16 Uhr am Freitag habe man dann sehen können, wie es weniger wurde, gegen 21 Uhr war das Wasser größtenteils verschwunden. Und der Schaden kam zum Vorschein. Die Verfärbung an der Holzverleidung der Sitzbänke im Imbiss zeigen den Wasserstand in etwa an.Es muss alles raus aus dem Imbiss – Familie und Angestellte helfen beim Ausräumen. Etwa vier bis sechs Wochen wird es dauern, bis er ihn wieder öffnen kann, schätzt Greving – seinen „Imbiss zum Aabach“, der gestern eher der „Imbiss zum Aastrom“ war, wie Greving mit verbliebenem Galgenhumor feststellt. „Man kann eben nix machen.“

Ortswechsel: Auch beim Wertstoffhof bei der Firma Stenau im Gewerbegebiet ist viel los – mehr als sonst. Autos mit Anhängern, auf denen alles liegt, was ins Hochwasser geraten ist. Egbert und Maria Wichert vom Drosselweg gehören zu den vielen Ahausern, die Unrat abladen. Mit vereinten Kräften werfen sie eine Schrankwand auf den großen Berg von Sperrmüll. Die ist nicht mehr zu gebrauchen. Noch immer sind die beiden erstaunt, wie schnell der Keller ihres Hauses volllief am Donnerstag: „Ich habe zwar die Wasserpumpe angestellt, aber das half nicht viel“, blickt Egbert Wichert zurück. „Truhe, Waschmaschine, Kühlschrank – ich hatte sogar noch Wäsche im Keller“, zählt Maria Wichert auf. Zu retten war kaum was: „War man an der einen Ecke, schwamm auf der anderen Seite schon der Kühlschrank“, beschrieb Egbert Wichert.Als dann das Wasser abgepumpt waren, beförderten sie noch sechs Eimer Schlamm nach draußen – „unser Enkel, Sohn und Schwiegertochter haben uns geholfen“, erzählen die beiden und steigen schnell wieder ins Auto. Zu Hause wartet noch viel Arbeit…

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