Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Pferde, Kram und mehr

Graeser Markt

GRAES Dem zweijährige Silas ist das große Pferd noch nicht ganz geheuer. Vom sicheren Arm seiner Mutter aus beobachtet er den vollblütigen Friesen. Nach reiflicher Überlegung streckt er seine Hand aus und berührt das Pferd am Kopf – eine fast typische Szene auf dem Graeser Markt, der in früheren Zeiten ein echter Pferdemarkt war.

von Von Christina Fischer

, 16.08.2010
Pferde, Kram und mehr

Daniel Dües beim Beschlagen eines Pferdehufes.

Der 19-jährige Friese ist eines von fünf hochwertigen und reinrassigen Pferden, die auf dem traditionellen, heutzutage überwiegend Kram- und Bauernmarkt am Heimathaus zu bewundern sind. „Das ist jetzt das vierte Jahr, dass der Markt hier am Heimathaus stattfindet“, erzählt Mitorganisator Bernhard Wessling.Seit mehr als 80 Jahren gibt es den Graeser Markt – neben Pferden bietet er ein reichliches Angebot: Eine Trecker-Ausstellung mit Modellen aus den 50er und 60er Jahren findet besonderes Interesse. Vor allem ein Traktorr der Marke John Deere aus dem Jahr 1953, der noch vor fünf Jahren in Amerika im Einsatz war. „Er wurde zu uns herübergeschifft und restauriert“, so Wessling. Kleingeräte, Öfen, ein in Eigenerfindung entwickeltes Holzspaltgerät, Kleintiere, Handwerker, die sich vorstellen, und eine Schießbude sind weitere Bestandteile des Angebots. Für Kinderspaß ist mit einer Hüpfburg, Karussell und dem „Air Jump“ gesorgt.

Neben den Graeser Dorfmusikanten, die ihr Können zum Besten geben, zeigt Hufschmied Daniel Dües, wie man ein Pferd beschlägt. Gemeinsam mit seinem Vater Josef Dües führt er einen Pferdebetrieb. Zwei reinrassige Arbeitspferde haben sie mitgebracht: Ein Kaltblut und einen Friesen, welche sonst für Holzrücken, Kutsch- und Planwagenfahrten eingesetzt werden. Staatsprämien-Stute „Nale“ und ihr vier Monate altes Fohlen sind gemeinsam mit Besitzerin und Züchterin Margret Witte vor Ort. „Die Pferde sind nicht direkt zum Verkauf, eher tragen sie zur Tradition des Marktes bei. Denn was wäre ein Pferdemarkt ohne Pferde?“, sagt sie. Geschirr, Textilien und Blumen sind ebenfalls beliebte Verkaufsschlager. Korbflechter Gert Molenveld bindet und flechtet seit 25 Jahren Körbe für den Markt. „Dreieinhalb Stunden dauert es, bis ich einen Korb fertig habe“, berichtet er. Montags sei das Geschäft nicht ganz so gut, da viele Leute arbeiten müssten, so Molenveld.

Von dem Marktangebot machen die angereisten Gäste jedenfalls Gebrauch. „Wir sind zum ersten Mal hier und es gefällt uns gut. Wir schauen mal so durch, ein gebrauchtes Fahrrad wäre nicht schlecht“, erzählt Rita Telker, die mit ihrem Mann und ihren beiden Enkelkindern Pia und Moritz da ist. Die beiden Zwillinge sind derweil auf dem „Air Jump“ – die Pferde sind für sie noch zu groß und nicht ganz geheuer…  

Lesen Sie jetzt