Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Qualvoller Tod durch Rattengift?

Hund vergiftet?

AHAUS Felsenfest ist Johannes Bürger aus Ahaus davon überzeugt, dass sein Schäferhund "Aiko" an Rattengift verendet ist. Allerdings bleibt dies so lange nur ein Verdacht, bis er durch das Ergebnis der noch laufenden Blutanalyse zur Gewissheit wird - oder auch nicht, denn völlig eindeutig ist die Sache keinesfalls.

von Von Manfred Elfering

, 19.08.2010

Tierarzt Dr. Michael Bühs aus Stadtlohn, der "Aiko" in dessen letzten Stunden behandelt hat, bestätigt zwar einen "nicht natürlichen Tod", wobei "eine Vergiftung nicht ausgeschlossen werden könne", wie er bewusst vorsichtig formuliert. Auch die Symptome deuteten stark darauf hin, es könne sich allerdings ebenso um eine endogene Ursache gehandelt haben, etwa einen Infekt. Jedoch: "Es gibt nicht viele Infektionskrankheiten, die bei Hunden innerhalb von 48 Stunden zum Tode führen." Zurzeit werde daran gearbeitet, diese auszuschließen oder Restbestände des Gifts im Blut des Hundes nachzuweisen. Eine andere Ursache als aggressives Rattengift der so genannten dritten Generation kommt für Johannes Bürger dagegen nicht in Frage: zunächst Ermüdungserscheinungen, danach Apathie mit blassen Schleimhäuten, in der Schlussphase innere Verblutung mit schaumartigem und blutigem Ausfluss - das alles war bei "Aiko" eingetreten, als er eines Morgens mit blutigem Schaum vor dem Maul daheim vorgefunden wurde.Keine Chance Auch in der Stadtlohner Tierarztpraxis sofort eingeleitete Gegenmaßnahmen wie Infusionen und die Verabreichung von Vitamin K 1 konnten das Tier nicht mehr retten: "Aiko" fiel ins Koma und wachte nicht wieder auf. Dabei war der Hunde topfit: An den Vorabenden hatte er noch am Training für Schäferhunde teilgenommen und eine ausgiebige "Radtour" nebenher an der Leine unternommen. "Aiko war bester Kondition", weiß Bürger. Tier war vielfach prämiert

Sein Schäferhund war nicht irgendein Hund, sondern "Aiko vom Sackmanns-Hof" mit mehrfachen Bundessiegern im Stammbaum, bestens ausgebildet, vielfach prämiert mit "vorzüglich" und in der Körklasse 1 "besonders zur Zucht empfohlen". Aber das ist für Johannes Bürger, selbst Inhaber der Ausbildungs- und Zuchtlizenzen sowie langjähriges Mitglied der Ortsgruppen Ahaus und Metelen im "Verein für deutsche Schäferhunde", zweitrangig. Ihm geht es vor allem darum, andere Hundebesitzer auf die lauernden Gefahren durch Rattengift aufmerksam zu machen und für die eintretenden Symptome zu sensibilisieren. Denn: Die sichtbare Reaktion von Hunden auf die Aufnahme des Gifts erfolgt erst nach zwei bis drei Tagen, wobei es für eine Behandlung oft zu spät ist. Die Chance, ein betroffenes Tier dann noch zu retten, ist mehr als gering.Keine Häufung Dass es sich um einen gezielten Anschlag auf seinen "Aiko" gehandelt haben könnte, dieser Verdacht steht für Johannes Bürger weiter im Raum. Er jedenfalls hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Vergleichbare Fälle liegen laut Auskunft von Polizeibehörde und Ordnungsamt Ahaus zurzeit nicht vor. Blutgerinnungshemmer

  • Bei Hunden ist die Gefahr der Aufnahme von Rattengift oder mit Gift versetzten Futterstücken groß. Auch eine Ratte, die bereits Gift gefressen hat, kann dem Hund zum Verhängnis werden.
  • Die Giftstoffe zur Rattenbekämpfung werden aggressiver, da die Ratten immer wieder Resistenzen aufweisen.
  • Bei den Präparaten handelt es sich vorwiegend um Vitamin K-Antagonisten, die zu Störungen der Blutgerinnung führen.
  • Die Symptome äußern sich in Ermüdungserscheinungen sowie Blutergüssen und Blutaustritt aus Körperöffnungen. Die modernsten, so genannten Deportgiftstoffe sind Blutgerinnungshemmer und für alle Warmblüter letztlich tödlich.
Lesen Sie jetzt