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Russischer Maler stellt Werke in Villa van Delden aus

Kunst

AHAUS Der russische Künstler Jury Wassiljew aus St. Petersburg stellt zur Zeit einige seiner Werke in der Villa van Delden aus. Wir haben uns seine Kunst angesehen.

von Von Denise Perrevort-Elkemann

, 01.08.2010
Russischer Maler stellt Werke in Villa van Delden aus

Werk von Wassiljew: Herzogin Mecklenburg-Strelittzkich der Abendspaziergang.

Von der Abendsonne in weiches Licht getaucht ruhen zwei schlichte Gräber vor einer kleinen Kapelle. Im Hintergrund werden sie von einer Stadtkulisse hinterfangen, im Vordergrund spenden zwei kraftvolle alte Bäume Schatten. Daneben ein weiteres Bild, das in einigen Bildelementen- den beiden Kirchtürmen - und der sanften Farbigkeit dem ersten Bild entspricht. Jury Wassiljew, russischer Maler und Grafiker aus St. Petersburg, zur Zeit zu sehen in der Ahauser Villa van Delden, hat beide Aquarelle während eines Reiseaufenthaltes in Mecklenburg-Vorpommern gemalt, das eine nach realem Vorbild, das andere aus der Phantasie heraus. Die Bildtitel schließlich bestätigen den ersten Verdacht der Zusammengehörigkeit beider Gemälde.

So zeigt das eine die Grabstätte der Herzöge Mecklenburg-Strelezkich in Remplin, das andere die Herzogin und den Herzog beim abendlichen Ausritt. Sowohl die Geschichte der Herzogfamilie– das Herzogtum Mecklenburg-Strelitz existierte bis zum Jahr 1918– als auch die Schönheit der Natur um Mecklenburg-Strelitz habe ihn zu diesen Bildern inspiriert, so der Künstler, und er habe bei dem Reiterbildniss seiner Fantasie freien Lauf gelassen.

Hochschullehrer Beide Bilder sind hervorragende Beispiele für die Kunst des russischen Malers, der nicht nur freischaffender Künstler, sondern auch Professor an der Fakultät für Bildende Kunst der Russischen Staatlichen Pädagogischen Herzen-Universität ist. Die Verbindung von Vorstellung und natürlichem Abbild sind die Inspirationsquellen seiner Arbeiten, die er in unterschiedlichsten Materialien und Stilen umsetzt. „Ich möchte interessante Momente festhalten, außergewöhnliche Menschen und Landschaften“, sagt Wassiljew. Für die Naturdarstellungen, zumeist pleinair gemalt, bevorzugt er das Aquarell, andere Motive wurden aber auch in Öl, Acryl oder Glasmalfarbe gefertigt. Ebenso vielfältig sind die Bildthemen, die den Umfang der Kunstkenntnisse des Professors deutlich erkennen lassen.

So greift er mit dem Bildnis eines jungen Narziß ein gängiges kunstgeschichtliches Sujet aus der griechischen Mythologie auf, setzt dieses aber in seinem ureigenen Kunstverständnis um, und zeigt ihn ungewöhnlicher Weise im Seitenprofil. Auch die Motive Tänzer und Musiker sind gängig in der Kunstgeschichte, Wassiljews Umsetzung jedoch ist ungewöhnlich und farbenfroh. So befinden sich seine drei keltischen Musikanten in einem kubistisch anmutenden grauen Raum und zeigen eindrucksvoll die Verbindung von akademischem „Können“ und eigenem künstlerischem „Wollen“, das er in Workshops auch an Interessierte weitergeben möchte.

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