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Sperrmüll sorgt für Frust

Müll-Reste und rücksichtslose Sammler

Viele Anwohner stören sich an den Begleitumständen der Sperrmüll-Sammlung: vermeintlich rücksichtslose Sammler oder liegen gebliebene Müll-Reste. Die Stadt dagegen sieht eher die Bürger in der Pflicht.

AHAUS

, 11.04.2018
Sperrmüll sorgt für Frust

Nicht alles wird mitgenommen. Hausmüll und Elektrogeräte etwa gehören nicht zum Sperrmüll und bleiben stehen.

Özay Öztas ließ seinen Frust bei Facebook heraus. Grund für seinen Ärger: Rücksichtslose Sperrmüll-Sammler, aber auch die Stadt, die seiner Meinung nach zu wenig dagegen unternimmt. „Jedes Jahr derselbe Mist“, schrieb er in einer Nachbarschafts-Gruppe. Sperrmüll-Sammler würden rücksichtslos auf den Straßen rasen und dann auch noch Sachen entwenden, die nicht auf den Sperrmüll gehören. Damit traf Öztas offenbar einen Nerv, denn schnell häuften sich die Kommentare ähnlich frustrierter Ahauser.

„Es kann doch nicht sein, dass man alle seine Sachen wegsperren muss. Die kommen bis zum Hof rein“, so Öztas. „Und dass, die Stadt das nicht in den Griff bekommt.“ Ein weiteres Ärgernis: Nicht abgeholter Müll liegt auf den Bürgersteigen der Stadt herum, etwa in der Bahnhofstraße.

Stadt-Sprecherin Anna Reehuis sieht vor allem die Bürger in der Pflicht: „Viele Probleme würde es gar nicht geben, wenn die Leute sich an die Vorgaben halten würden.“ Tatsächlich hatte die Stadt in einer Pressemitteilung darauf hingewiesen, dass der Sperrmüll frühestens am Tag vor der Abholung an die Straße gestellt werden darf. Und: „Um eine übermäßige Störung durch gewerbliche Sperrmüllsammler zu vermeiden, sollte das Sperrgut sogar besser erst am Morgen der Abholung bis 6 Uhr bereitgestellt werden.“

Abfuhr auf Abruf?

Allerdings hält sich kaum jemand an diese Regelung. „Die Stadt macht sich das sehr leicht“, findet Öztas. „Die Leute müssen arbeiten. Also stellen sie den Sperrmüll am Wochenende raus.“

Er wünscht sich eine Lösung wie in Stadtlohn, wo der Sperrmüll individuell per „Abrufkarte“ abtransportiert wird. Stadt-Sprecher Thorsten Giebel dagegen sieht mehr Vorteile bei der gesammelten Abholung: „Das Ahauser Konzept der Sperrmüllsammlung hat sich bewährt. Dadurch ist der Zeitraum der Sammlung auf 14 Tage im Jahr befristet und die Probleme verteilen sich nicht über das ganze Jahr.“ Wenigen Bürger-Beschwerden stünden viele positive Rückmeldungen gegenüber.

Müll-Reste bleiben liegen

Immer wieder wird in der Facebook-Gruppe der Vorwurf laut, Fahrräder würden von Grundstücken gestohlen. Die meisten der Schrottsammler kommen aus Polen. So auch Adrian, der 900 Kilometer zurückgelegt hat. „Wir klauen nichts“, beteuert er. Es könne aber zu Verwechslungen kommen. Fahrräder sind unter den Sammlern heiß begehrt. Auch Adrian hat zwei von ihnen in seinem Lieferwagen verstaut. Ob es in der Woche der Sperrmüll-Abholung vermehrt zu Fahrraddiebstählen kam, konnte die Kreispolizei am Mittwoch auf Nachfrage nicht beantworten. Schwerpunkteinsätze zur Kontrolle gebe es nicht, teilte Polizei-Sprecher Thorsten Ohm mit.

Und was passiert mit dem nicht abgeholten Müll? In der Bahnhofstraße liegen Haufen mit Hausmüll und sogar Essensresten. Auch Sondermüll wie Farbeimer und Elektrogeräte stehen immer wieder am Straßenrand. Die gehören nicht in den Sperrmüll – und werden demnach auch nicht mitgenommen. Laut Stadt sind die Anwohner verpflichtet, die Rückstände zu entfernen. Aber was, wenn die das nicht tun? „Eventuelle Abfälle nach der Sperrmüllsammlung werden von der Firma Stenau und dem Baubetriebshof aufgesammelt und sortiert“ , so Thorsten Giebel.

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