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Unterricht mit Applaus

Wüllen/Ahaus "Eins, zwei", zählt Musikschulleiter Alfred Zamhöfer vor. Die Grundschüler vor ihm antworten -mit den Händen: Klatsch-klatsch-klatsch! "Das macht Spaß", strahlen die Siebenjährigen. Dass das auch Rhythmusgefühl und Intellekt fördert, ist für sie eher Nebensache - anders als für die Initiatoren des Projekts "Mehr Musik an die Schule".

28.08.2008

Unterricht mit Applaus

<p>Rhythmus, der ins Blut geht, steht in der Andreasschule und in der Pestalozzischule auf dem Stundenplan. MLZ Fotos Lüttich-Gür</p>

"Guter Musikunterricht erzeugt auch bessere Leistungen in anderen Lernbereichen", verweist Eva Sembach, Leiterin der Andreasschule, auf aktuelle Studien. "Und er fördert das Gemeinschaftsgefühl und die Fähigkeit, sich in eine Gruppe einzugliedern", ergänzt ihre Kollegin von der Pestalozzi-Schule, Brigitte Kreutzfeldt-Körner. 120 Mädchen und Jungen werden das in den nächsten Jahren ausprobieren können: als Teilnehmer des Projekts "Mehr Musik an die Schule". Entwickelt haben es Musikschulleiter Alfred Zamhöfer und die Leiterin der Wüllener Grundschule, Eva Sembach.

Die Pestalozzi-Schule war schnell als dritter Partner gefunden und die Sparkasse Westmünsterland als Sponsor, der die Anschubfinanzierung sicher stellt. Tandemunterricht ist das Erfolgsgeheimnis des Projekts. Wenn im zweiten Schuljahr "Musik" auf dem Stundenplan steht, kommen zwei Lehrkräfte in die zweiten Klassen: die jeweilige Grundschullehrerin, die die Klasse betreut, und eine Kollegin von der Musikschule (in Wüllen Hannah Gerlach und an der Pestalozzischule Maria Hassels-Seher). "Das ist eine tolle Atmosphäre, wir können viel besser auf jedes Kind eingehen", schwärmt Brigitte Kreutzfeldt-Körner schon nach der ersten Woche. Der Musikunterricht werde so nicht nur intensiviert, sondern auch professionalisiert, ergänzt Sembach. Denn auch wenn sich die Kollegen an den Grundschulen schon in der Vergangenheit mit großem Engagement und mancher Weiterbildung dem Fach Musik gewidmet hätten, seien doch die wenigsten studierten Musikpädagogen.

Schnell-langsam, laut-leise, kurz-lang: Trommeln ist gar nicht so einfach. "Rhythmik fördert die Konzentrationsfähigkeit", nennt Musikschulleiter Zamhöfer ein weiteres Beispiel für den Mehrwert aus "Mehr Musik". Die Zweitklässler haben in diesem Schuljahr jede Menge Gelegenheit dazu: Die Erfahrung mit vielen Instrumenten steht im Mittelpunkt. Im dritten Jahrgang erfolgt dann die Konzentration - in Wüllen auf die Gitarre, in der Pestalozzischule auf ein Klanginstrument.

Zurück in die Klasse: Die Kinder klatschen im Rhythmus des Liedes, wiegen sich im Takt - auch als es zur Pause schellt. Mehr Musik macht eben mehr Spaß. sy-

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