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Beeindruckende Zahlen im Wasserversorgungskonzept

Grundwasser in Ahaus hat Trinkwasserqualität

Die Stadt Ahaus muss bis zum 30. Juni bei der Bezirksregierung ein Wasserversorgungskonzept vorlegen. Die enthaltenen Zahlen sind beeindruckend.

Ahaus

, 22.05.2018
Beeindruckende Zahlen im Wasserversorgungskonzept

Dieser Reinwasserbehälter im Wasserwerk Ortwick fasst 3000 Kubikmeter Trinkwasser. © Christian Bödding

Gemeinsam mit dem Ingenieurbüro Tuttahs und Meyer aus Bochum hat die Stadt Ahaus ein Wasserversorgungskonzept erarbeitet. Seit dem 1. Januar sind alle Kommunen in der Pflicht, ein solches Konzept vorzulegen und in Abständen von jeweils sechs Jahren fortzuschreiben. Die Stadt muss das in der vergangenen Woche vom Rat verabschiedete Konzept bis zum 30. Juni der Bezirksregierung Münster vorlegen.

In dem Papier wird aufgezeigt, wie die öffentliche Wasserversorgung in Ahaus sichergestellt ist. Die Wasserversorgung liegt per Konzessionsvertrag in den Händen der Stadtwerke Ahaus. Der Vertrag läuft bis Ende 2033. Wir haben Fragen und Antworten zur Trinkwasserversorgung in Ahaus und zum Konzept zusammengestellt.

Wie ist es in Ahaus um die Qualität des Grundwassers bestellt?

Größere Grundwassermengen gibt es in tiefen, mehr als 30 Meter mächtigen Rinnensystemen beispielsweise zwischen Ottenstein und Alstätte. Die Nitratbelastung ist in Teilbereichen so hoch, dass eine Einstufung in die Kategorie „schlecht“ erfolgt. Eine Trendumkehr durch geeignete Maßnahmen wie der strikten Umsetzung der EU-Düngeverordnung ist erforderlich. Auffällig ist der Anstieg der Nitratwerte von durchschnittlich 15 Milligramm je Liter im Jahr 1980 auf durchschnittlich 25 Milligramm je Liter im Jahr 2017, wobei der Wert in den letzten Jahren stagniert. Grenzwert im Trinkwasser sind 50 Milligramm je Liter.

Wie hoch ist die Anschlussquote der Haushalte an die Trinkwasserversorgung?

Die Stadtwerke gehen davon aus, dass die Anschlussquote bei Strom bei 100 Prozent liegt. Daraus ergeben sich folgende Anschlussquoten für Trinkwasser: im Stadtgebiet Ahaus gesamt 93,7 Prozent; im Innenbereich: 98,3 Prozent, im Außenbereich: 47,4 Prozent.

Welche Mengen werden aus dem Wassergewinnungsgebiet Ortwick gefördert?

Das Wassergewinnungsgebiet Ortwick besteht aus sechs Vertikalfilterbrunnen, ist als Wasserschutzgebiet ausgewiesen und besitzt Förderrechte in Höhe von 1,9 Millionen Kubikmeter jährlich (7000 Kubikmeter pro Tag, 350 Kubikmeter je Stunde). Die Brunnen fördern das Grundwasser aus einer Tiefe zwischen 10 und 110 Metern. Das geförderte Grundwasser besitzt Trinkwasserqualität.

Gibt es in Ahaus eine Anschluss- und Versorgungspflicht?

Im Stadtgebiet besteht keine Verpflichtung für Grundstückseigentümer zu einem Anschluss an die öffentliche Trinkwasserversorgung. Eine Ausnahme stellt das Wohngebiet Wielens in Alstätte zwischen Berliner Straße und Einhornweg dar. Die Siedlung wurde nah an die ehemalige Hausmülldeponie Schmäinghook heran geplant.

Wie hoch ist der Tagesverbrauch der insgesamt knapp 40.000 Ahauser an Trinkwasser?

Im Mittel werden rund 6000 Kubikmeter Trinkwasser pro Tag ins Versorgungsnetz gespeist. Die Spitze besteht aus etwa 9050 Kubikmetern und das Minimum liegt bei rund 5150 Kubikmetern Trinkwasser pro Tag. Bei besonderen Ereignissen wie Netzstörungen, Brandeinsätzen oder Fußballlländerspielen werden Werte von rund 800 Kubikmeter pro Stunde erzielt. Das sind umgerechnet 5714 Badewannenfüllungen oder 80.000 jeweils mit zehn Litern Trinkwasser gefüllte Eimer je Stunde.

Welche Daten gibt es zur Eigenwasserversorgung?

Für den Haushalt, den landwirtschaftlichen Betrieb, für das Tränken von Vieh, für Zwecke der Bodenentwässerung von Grundstücken bedarf das Entnehmen von Grundwasser keiner Erlaubnis. Im Stadtgebiet gibt es rund 750 Eigenwasserbrunnen zur Trinkwasserentnahme. Sie werden alle zwei bis drei Jahre untersucht. Hinzu kommen 26 gemeldete gewerbliche Betriebe, die Trinkwasser aus einer Brunnenanlage fördern.