Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Albert-Martmöller-Gymnasium installiert Kameras an Eingängen

Elektronische Tür-Spione

Kameras auf dem Schulgelände des Albert-Martmöller-Gymnasiums (AMG)? Da geistern schnell Gedanken zur Überwachung und zu Eingriffen in die Privatsphäre durch den Raum. Schulleiter Dr. Norbert Kiesow gibt Entwarnung.

INNENSTADT

, 05.09.2014
Albert-Martmöller-Gymnasium installiert Kameras an Eingängen

Der Schuleingang soll in Zukunft videoüberwacht werden.

Die neu installierten Kameras an drei Eingängen der Innenstadt-Schule sollen lediglich wie Tür-Spione funktionieren, nur den unmittelbaren Eingangsbereich aufnehmen, keine Bilder speichern und nur im Sekretariat zu sehen sein – wenn es besetzt ist. Noch sind sie nicht eingeschaltet. „Damit der für den EN-Kreis zuständige Datenschutzbeauftragte den Antrag genehmigt, müssen wir ein vollständiges Verfahrensverzeichnis abgeben. Ein Formular, in dem der Zweck der Anlage dargestellt wird: Welche Gründe haben wir für die Installation, welche Daten werden erfasst, welche Personen haben Zugriff“, erklärt Kiesow. Nun muss die Stadt Witten als Schulträger noch schriftlich zustimmen und die Auflagen des Datenschutzbeauftragten müssen erfüllt sein, damit die Kameras eingeschaltet werden dürfen.

„Die Kommune ist zuständig für die sachliche Ausstattung der Schule und hat auch eine Mitverantwortung für Datenverarbeitung“, sagt Lena Kücük, Pressesprecherin der Stadt. Datenverarbeitung bedeute aber nicht gleich die Speicherung der aufgenommenen Bilder, das wäre nicht zulässig. „Kameras an einer Schule sind ein sensibles Thema, aber wir machen nichts Illegales, sondern schöpfen die Möglichkeiten aus, die uns der Datenschutzbeauftragte aufgezeigt hat. Wenn wir dessen Auflagen erfüllen, hat er uns grünes Licht signalisiert“, so Kiesow. Eine der Auflagen war auch, dass die Schulkonferenz – bestehend zu je einem Drittel aus Schüler-, Eltern-, und Lehrervertretern – für die Tür-Kameras abstimmt.

So ist es Mitte des vergangenen Jahres geschehen. „Es geht uns um mehr Sicherheit. Während der Schulzeit können Schüler zwar von innen nach draußen. Wer aber herein will, muss klingeln. Da die Eingänge vom Sekretariat nicht einzusehen sind, können wir durch die Kameras sehen, wer in die Schule möchte“, so Kiesow. „Das AMG ist ein Spezialfall, weil es so verwinkelt ist“, fügt Kücük hinzu. „Im Einzelfall kann es Gründe für eine Kamera geben, aber tendenziell sehen wir das kritisch“, sagt Tamara Begenisiz, Sprecherin des Landesbeauftragten für Datenschutz. „Wir behalten uns vor, uns über diesen Fall zu informieren. Uns geht es besonders um den Schutz der Privatsphäre.“

Schulleiter Kiesow bleibt gelassen: „Schüler brauchen Möglichkeiten, sich zurückzuziehen, das ist auch eine Auflage. Aber die Kameras zeigen nur einen bis zwei Meter vor der Tür, um jemanden zu erkennen, der klingelt. Das ist kein Eingriff in die Privatsphäre, da die Person ja in die Schule hinein möchte und dort von den Sekretärinnen ohnehin gesehen wird.“ Der Wunsch nach mehr Sicherheit sei bei Schülern, Lehrern und Eltern entstanden, als sich ein fremder Schüler vor zwei Jahren ins AMG hineingeschlichen hatte und unbemerkt dort filmte. „Danach ist die Idee entstanden, und wir haben den Datenschutzbeauftragten kontaktiert .“

Schlagworte: