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«Alex, der Matador» schießt Schuster in die Krise

Hamburg (dpa) Bernd Schuster gerät bei Real Madrid zunehmend unter Druck. Nach der enttäuschenden 0:2-Heimpleite gegen Juventus Turin in der von der Clubspitze zur Priorität erklärten Champions League schießt sich die spanische Presse mehr und mehr auf den deutschen Fußball-Lehrer ein.

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Madrids Coach Bernd Schuster (r) muss derzeit harte Kritik einstecken.

Alessandro Del Piero von Juve holt zum Schuss aus mit dem er die 1:0-Führung erzielt.

Glasgows Scott McDonald (r) und Barry Robson (l) jubeln über das 1:0 gegen ManU.

Kader Keita (r) von setzt sich gegen Petre Marin von Steaua Bucharest durch.

Artem Milevskiy von Dynamo Kiew jubelt über sein Tor zum 1:0 gegen den FC Porto.

Semih Senturk (r) von Fenernahce Istanbul im Duell um den Ball mit Arsenals Denilson.

Marcos Senna (vorn) vom FC Villarreal wird von Aalborgs Andreas Johansson bedrängt.

«Schuster hat die Kontrolle über ein Schiff verloren, das langsam unterzugehen droht. Es wird Zeit, dass jemand mit der Faust auf den Tisch haut», forderte «As». Während Juventus dank des als «Alex, der Matador» gefeierten Doppeltorschützen Alessandro del Piero mit dem ersten Sieg in Madrid seit 46 Jahren als dritter Club nach dem FC Barcelona und Sporting Lissabon ins Achtelfinale einzog, muss Real um dieses Ziel noch bangen. Prompt werden sämtliche Qualitäten des im Sommer noch als Meistertrainer gefeierten Schuster in Frage gestellt.

«Es fehlt eine klare Linie. Schuster stellt mal diesen Spieler auf, mal jenen, aber ohne taktisches System», monierte «El País». So werde es nichts mit dem anvisierten zehnten Europacup-Triumph: «In Spanien kann Real sich vielleicht von Spiel zu Spiel durchwursteln, aber für Europa reicht es nicht.» Auch «Marca» («Schuster bleibt bei seiner Extravaganz und überrascht mit seinen Auswechslungen») übte offen Kritik an den Personalentscheidungen des Deutschen, der den zum Edelreservisten degradierten 16-Millionen-Einkauf Rafael van der Vaart 82 Minuten auf der Bank schmoren ließ und DFB-Auswahlakteur Christoph Metzelder erneut auf die Tribüne beorderte, obwohl mit Pepe ein Innenverteidiger verletzt fehlte.

«Dicke Fehler in der Abwehr, Impotenz im Angriff», stellte «As» fest und schloss die Spieler in die Kritik mit ein. Die Fans hätten Schuster eine «erste Verwarnung» erteilt und werden «nun weniger Geduld mit ihm walten lassen». Der von Personalsorgen geplagte Coach, dessen Forderung vor Saisonstart nach Verstärkungen im Sturm nicht erfüllt wurde, sieht sich bestätigt und versucht sich zu wehren. «Wir waren haushoch überlegen. Das Ergebnis gibt nicht den Spielverlauf wieder.» Er versprach Siege in den beiden ausstehenden Spielen. «Dann werden wir sehen, ob wir Erster oder Zweiter in unserer Gruppe sind.»

Schon weiter ist Turin, weil der «galaktische Alex» («La Stampa») aus der Distanz mit zwei Kunstschüssen erfolgreich war. «Alex bringt Madrid mit zwei märchenhaften Toren zum Weinen. Ein Del Piero zum Verrücktwerden», titelte der «Corriere dello Sport». Sogar die Real- Anhänger im Bernabeu-Stadion applaudierten dem Torschützen des Gegners bei dessen Auswechslung in der 90. Minute.

Während in Gruppe E Titelverteidiger Manchester United dank Ryan Giggs' späten Tores (84.) zum 1:1 bei Celtic Glasgow und der FC Villarreal nach dem 2:2 bei Aalborg BK dicht vor dem Weiterkommen stehen, muss der FC Arsenal in der Gruppe G noch einmal bangen. «Schwächelndes Arsenal gerät unter Druck», befand «The Times» nach der enttäuschenden Nullnummer gegen Fenerbahce Istanbul. Anders als bei der 5:2-Gala im Hinspiel in der Türkei machten die «Kanoniere» ihrem Namen diesmal keine Ehre und versagten im Abschluss.

«Positiv ist, dass wir in der Gruppe weiter an der Spitze stehen, aber negativ, dass wir ein Spiel, das wir hätten gewinnen sollen, nicht gewonnen haben», meinte Arsène Wenger. Während der Coach die zuletzt dürftigen Leistungen auf die hohe Belastung zurückführt und seine Akteure in Schutz nahm, ging die Presse mit den «Gunners» zum Teil hart ins Gericht. So kommentierte das Boulevardblatt «Sun» rüde: «Diese Nullnummer zeigt vor allem, wie dringend Arsenal einen Tritt in den Hintern braucht.»

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