Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Algen reduzieren Kohlendioxid aus RWE-Kraftwerk

Bergheim (dpa) Zum bundesweit ersten Mal setzt ein Kraftwerk im industriellen Maßstab Mikroalgen ein, die einen Teil des klimaschädlichen Kohlendioxids aufnehmen. Der Kraftwerksbetreiber RWE Power nahm am Braunkohlekraftwerk Niederaußem bei Köln eine entsprechende Pilotanlage in Betrieb.

Algen reduzieren Kohlendioxid aus RWE-Kraftwerk

Der Wissenschaftler Michael Sanguineti kontrolliert den PH-Wert einer Algensuspension.

Den in Salzwasser schwimmenden Algen wird Abgas aus dem Kraftwerk zugesetzt. Die Mikroalgen wandeln das Kohlendioxid (CO2) mit Hilfe der Photosynthese in Biomasse und Sauerstoff um. Die Algen könnten später beispielsweise als Energieträger verwendet werden, teilte die maßgeblich beteiligte Jacobs University (Bremen) mit.

Ziel der Pilotanlage sei die Optimierung des Verfahrens. Vor allem stehe aber der Nachweis im Vordergrund, ob unter Berücksichtigung der Gesamtenergiebilanz tatsächlich eine Netto-CO2-Minderung erzielt werde. Nach Angaben der Universität stellt RWE 700 000 Euro für die erste Projektphase bereit. Laut RWE ist die Weiterverwendung der Algen ebenfalls Gegenstand des Forschungsprojektes.

Für den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU) ist die Algenproduktionsanlage ein Beweis dafür, dass Kohle und Klima «keine Entweder-Oder-Entscheidung» sind. «Mit moderner Technik können wir Energieeffizienzen schaffen und unsere Umwelt vor schädlichen Emissionen schützen», sagte Rüttgers laut Mitteilung. RWE trage dazu bei, dass innovativer Klimaschutz keine Leerformel bleibe.

Nach einer Studie der Umweltstiftung WWF (World Wide Fund for Nature) gehörte Niederaußem 2006 zu den schmutzigsten Kraftwerken in Europa. Demnach gab das Kraftwerk rund 1200 Gramm Kohlendioxid pro erzeugte Kilowattstunde ab.

Im Vergleich zu Landpflanzen wachsen die wenige Millimeterbruchteile großen Mikroalgen bis zu zehnmal schneller. Ein schnelleres Wachstum bedeute eine stärkere Photosyntheseleistung und damit eine höhere CO2-Aufnahme, stellte der Projektleiter Professor Laurenz Thomsen fest.

Die 600 Quadratmeter große Versuchsanlage wurde in unmittelbarer Nähe des Kraftwerks errichtet. Das Rauchgas wird hinter der Rauchgasentschwefelungsanlage entnommen. In dem Zustand, in dem es normalerweise in die Luft gelangt, wird es in das Gemisch aus Salzwasser und Mikroalgen gebracht. Durch transparente Schläuche und besondere Gewächshäuser bekommen die Algen genug Licht und wachsen.

RWE-Vorstandsvorsitzender Jürgen Großmann sagte laut Mitteilung: «Unser Algenprojekt zeigt, dass wir bei der Klimavorsorge vorweg gehen.». RWE wolle CO2 nicht wie andere nur im Boden speichern. Der Konzern suche nach einer sinnvollen Verwendung für die weitere Energieerzeugung.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Wissenschaft

Siliziumkugel soll Kilogramm neu definieren

Braunschweig (dpa) Runder und glatter geht es kaum noch: Die silbrig schimmernde Kugel ist so perfekt, dass sie nirgends mehr als rund 50 millionstel Millimeter (Nanometer) von der idealen Form abweicht.mehr...

Wissenschaft

Weibliche Goldhamster in freier Natur tagaktiv

London (dpa) Goldhamster gelten als nachtaktive Tiere und bringen manchen Haustierfreund um den Schlaf. In freier Natur sind Goldhamster-Weibchen jedoch überraschenderweise tagaktiv, wie Forscher nun herausgefunden haben.mehr...

Wissenschaft

Klimawandel macht es Kuckuckskindern schwer

Hilpoltstein (dpa) Der Klimawandel macht es Kuckuckskindern nach Einschätzung von Vogelschützern zunehmend schwer: Im Unterschied zu anderen Zugvogelarten kehre der Kuckuck trotz der globalen Erwärmung weiterhin erst Mitte April aus Afrika zurück.mehr...

Wissenschaft

Ältestes Goldschmuckstück Amerikas gefunden

Washington (dpa) Das älteste bekannte goldene Schmuckstück Amerikas haben Archäologen am Titicacasee in Peru ausgegraben. Die Kette mit neun Perlen sei etwa 4000 Jahre alt, berichten Mark Aldenderfer von der Universität Arizona in Tucson und Kollegen.mehr...