Alle müssen im Verkehr gut aufpassen

14.02.2018, 18:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Polizei und Rettungsdienst auf der Bornstraße, wo ein Lkw am Dienstag einen Radfahrer überfahren hat.kaczmarek

Polizei und Rettungsdienst auf der Bornstraße, wo ein Lkw am Dienstag einen Radfahrer überfahren hat.kaczmarek © Helmut Kaczmarek

Im März 2017 ist eine Radfahrerin auf der Bornstraße in der Dortmunder Nordstadt von einem abbiegenden Lkw erfasst und schwer verletzt worden. Ende November 2017 erfasste ein abbiegender Lkw auf der Leopoldstraße in der Nordstadt einen 11-jährigen Jungen, der mit dem Rad auf dem Weg unterwegs zur Schule war – der Schüler starb im Krankenhaus. Am Dienstag dieser Woche überfuhr ein Lkw auf der Bornstraße in der Nordstadt einen 63-jährigen Radfahrer. Auch er wurde tödlich verletzt.

Die drei Unfälle haben etwas gemeinsam: Die Lkw waren auf stark befahrenen Hauptstraßen unterwegs und wollten jeweils nach rechts abbiegen. Beim Abbiegen kam es zu den Unfällen. Diese Unfälle zeigen, dass der Straßenverkehr in der Großstadt sehr gefährlich sein kann, wenn Fußgänger, Radfahrer, Lkw-, Auto- und Motorradfahrer nicht sehr gut aufpassen.

Für Fußgänger und Radfahrer ist die Gefahr deshalb groß, weil es für sie keine fest eingebauten Sicherheitssysteme gibt. Auto- und Lkw-Fahrer haben einen Sicherheitsgurt, der sie bei einem Aufprall zurückhält, und vor allem eine Karosserie um sich herum. Fußgänger und Radfahrer dagegen sind bei einem Unfall den Kräften schutzlos ausgesetzt, sodass sie schwer verletzt und sogar getötet werden können.

Werner Blanke vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub fordert deshalb mehr Schutz für Radfahrer in Dortmund. Auch technische Systeme könnten zu mehr Sicherheit beitragen. Eine Firma in Husum in Norddeutschland hat dafür eine Idee umgesetzt: Eine Meldeanlage für Auto- und Lkw-Fahrer. Die Anlage überwacht mit Sensoren einen Radweg und die Straße. Sobald ein Radfahrer oder Fußgänger dort unterwegs ist und ein Fahrzeug abbiegt, wird der Fahrer mit schnellen Lichtblitzen vor einer Unfallgefahr gewarnt. Ob diese Warnanlage auf gefährlichen Kreuzungen in Dortmund installiert wird, wissen wir nicht.

Ein Dortmunder hat für große und kleine Radfahrer einen wertvollen Tipp: Peter Pecht heißt der Mann. Er verkauft nicht nur Fahrräder, sondern fährt selbst fast 4000 Kilometer im Jahr in der Stadt mit dem Rad. Sein Rat: „Ich fahre immer so, als würde mich kein Auto- und Lkw-Fahrer sehen. So habe ich schon viele Unfälle verhindert.“

Peter Bandermann