Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Allergiepflanze Ambrosia breitet sich rasant aus

Braunschweig (dpa) Ein aus Nordamerika eingeschlepptes Unkraut plagt Sommer für Sommer mehr Allergiker in Deutschland. Forscher sehen die Politik am Zug: Notwendig sei eine bundesweit einheitliche Melde- und Bekämpfungspflicht für die Beifuß-Ambrosie.

Allergiepflanze Ambrosia breitet sich rasant aus

Ambrosia löst bei vielen Menschen allergische Reaktionen aus. Wissenschaftler in Deutschland raten dazu, die Pflanze zu bekämpfen. Foto: Patrick Pleul

Der Kampf gegen die Allergien auslösende Pflanze Ambrosia muss nach Überzeugung von Wissenschaftlern verstärkt werden. Unter anderem sei es notwendig, die Gewächse rechtzeitig vor der Blüte auszureißen, teilte das Braunschweiger Julius Kühn-Institut mit.

Die Pollen des aus Nordamerika eingeschleppten Unkrauts können schon in kleinsten Mengen heftige Reaktionen auslösen. Dazu zählen Heuschnupfen, Bindehautentzündung, allergisches Asthma, Ekzeme oder Nesselsucht. Studien sagen für Deutschland bis 2050 eine viermal höhere Konzentration von Ambrosiapollen als derzeit voraus.

Bundesweit sind zum Ambrosia-Tag (27. Juni) Aktionen und Veranstaltungen geplant, um auf das wachsende Problem aufmerksam zu machen. Die Ausbreitung der auch Beifußblättriges Traubenkraut oder Beifuß-Ambrosie genannten Pflanze hat mit dem Klimawandel zu tun. In wärmeren Ländern wie Ungarn, Italien oder Frankreich ist sie schon länger verbreitet. Ambrosia blüht vergleichsweise lange - von Juli bis Oktober - und trägt damit zur Verlängerung der Leidenszeit vieler Allergiker bei.

Die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger, sagte: «Länder wie die Schweiz oder Ungarn haben bereits reagiert und verpflichten Landbesitzer, das Aufblühen der Pflanze zum Beispiel durch rechtzeitiges Ausreißen zu verhindern.» Auch in Deutschland sei eine solche gesetzliche Verpflichtung auf Bundesebene sinnvoll. Das Umweltbundesamt empfiehlt, einen Gesetzentwurf zu erarbeiten, um eine einheitliche Melde- und Bekämpfungspflicht zu erreichen. Schließlich machen die Pollen nicht an Ländergrenzen Halt.

Die größten Bestände finden sich in Bayern, Hessen, Brandenburg und Baden-Württemberg. Einige Städte bekämpfen die Pflanze bereits systematisch. In Berlin zum Beispiel sind jedes Jahr sogenannte Ambrosia-Scouts unterwegs, die Pflanzen aufspüren und ausreißen. Baden-Württemberg will bis zum Sommer ein Gesamtkonzept zur Bekämpfung von Ambrosia erarbeiten. Krautzberger betonte, dass auch jeder einzelne Gartenbesitzer helfen sollte, indem er die Pflanzen den Behörden meldet und sie ausrupft.

Anders als in südlichen Ländern bereitet Ambrosia den deutschen Landwirten als Ackerunkraut noch keine Probleme. Hierzulande ist die Pflanze nach Angaben des Braunschweiger Instituts bisher eher in Hausgärten, auf Brachen und Schnittblumenfeldern zu finden. Auch Baustellen, Straßen- und Feldränder seien betroffen.

Informationen zum Aktionstag

Berliner Aktionsprogramm gegen Ambrosia

Internationale Ambrosia Gesellschaft

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Leben : Gesund und Fit

Schnüffelnasen helfen Allergikern: Hunde auf Ambrosia-Suche

Berlin (dpa) Nun blüht sie wieder: Ambrosia, Schrecken vieler Allergiker, breitet sich aus - auch in Berlin. Wenn der Mensch das Unkraut nicht erkennt, kann der Hund helfen. Dafür bedarf es einer wichtigen Voraussetzung.mehr...

Leben : Gesund und Fit

Gegen Stress sind Kräuter gewachsen

Berlin (dpa/tmn) Gestressten Menschen wir oft zu Achtsamkeitsübungen und Spaziergängen in der Natur geraten. Begleitend können aber Kräuter Linderung bringen. Ein Experte erklärt, welche Pflanzen dafür infrage kommen.mehr...

Leben : Gesund und Fit

Allergie-Auslöser Ambrosia breitet sich aus

Gif sur Yvette (dpa) Ambrosia kann starke Allergien und Asthma auslösen. Auch in Deutschland breitet sich die Pflanze aus. Damit nimmt die Pollenlast in der Luft zu - wie stark, hängt von Faktoren wie Klimawandel und Autoverkehr ab.mehr...

Nachwehen von Sonntag

Temmann verletzt, Mrowiec wieder da

NORDKIRCHEN Nordkirchens Verteidiger Tobias Temmann verdreht sich in Dortmund das Knie. An den Kunstrasenplatz an der Flora in Dortmund hat Innenverteidiger Tobias Temmann (27) vom Fußball-Bezirksligisten FC Nordkirchen keine guten Erinnerungen. Stürmer Joachim Mrowiec kehrt nach Knie-OP hingegen zurück – und ist gleich voll da.mehr...

Stiftung „Bom Conselho – Kirchhellen“

Pater Zito brachte gute Botschaften mit

KIRCHHELLEN Endlich Regen! Sieben Jahre lang haben die Mitarbeiter und Bewohner der Stiftung „Bom Conselho – Kirchhellen“ dafür gebetet und während des Gottesdienstes in der Karwoche fiel er endlich vom Himmel. Die Zisternen und Seen liefen voll, auf den Feldern wuchsen die Pflanzen, die Ernte war reichlich. Mit diesen guten Nachrichten im Gepäck kam Pater Zito diesmal nach Kirchhellen.mehr...