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Altenhilfezentrum richtet neuen Raum zum Entspannen ein

Snoezelen-Raum

Das Altenhilfezentrum St. Mauritius hat einen Snoezelenraum eingerichtet. Der soll Menschen mit Demenz helfen – aber nicht nur sie profitieren von dem neuen Angebot.

Nordkirchen

, 22.07.2018
Altenhilfezentrum richtet neuen Raum zum Entspannen ein

Das Altenhilfezentrum St. Mauritius hat einen Snoezelenraum eingerichtet. Seit Freitag können die Bewohner dort Entspannung finden. Vor allem auf Menschen mit Demenz habe er eine positive Wirkung, erklärt Ellen Klüsener (2.v.r.), Leiterin des Sozialen Dienstes. © Karim Laouari

Das Licht in dem neu eingerichteten Raum unter dem Dach des Altenhilfezentrums St. Mauritius ist gedämpft, es riecht nach Rosenblüten und im Hintergrund ist Vogelgezwitscher zu hören. Der neue Snoezelenraum in der Altenpflegeeinrichtung am Mühlenpark ist am Freitag offiziell eröffnet worden.

Snoezelen ist ein Kofferwort aus den beiden niederländischen Begriffen „snuffelen“ und „doezelen“ – übersetzt Schnüffeln und Dösen. Seit Ende der 1970er-Jahre gibt es Snoezelen als Entspannungstherapie, die ursprünglich Menschen mit Behinderungen helfen sollte, mittlerweile aber viele weitere Einsatzgebiete erobert hat, darunter auch Senioreneinrichtungen.

Sinne anregen, aber nicht überfrachten

Der Raum im Altenhilfezentrum soll verschiedene Sinne ansprechen, ohne die Besucher dabei mit Reizen zu überfrachten, wie Ellen Klüsener, Leiterin des Sozialen Dienstes im Altenhilfezentrum im Gespräch mit dieser Redaktion erklärt. So ist der Snoezelenraum zwar abgedunkelt, es gibt aber dennoch einige Lichtquellen, wie zum Beispiel mehrere Lichtersäulen. Das sind etwa 1,50 Meter hohe beleuchtete Glassäulen, die mit Wasser gefüllt sind und in denen Luftblasen sanft nach oben blubbern. An der Wand hängen Lichtschläuche, die aussehen wie übergroße Glasfasern, und unter der Zimmerdecke taucht ein Strahler den Raum in farbiges Licht – rot, grün, blau und gelb.

„Heute zur Eröffnung haben wir sämtliche Lichter eingeschaltet, zur Demonstration“, sagt Ellen Klüsener. Das sei eigentlich zu viel. Im Normalbetrieb werde auch hier darauf geachtet, die Bewohner nicht mit zu vielen Reizen zu überladen.

„Das mag eigentlich jeder“

Besonders auf demenziell erkrankte Menschen habe ein solcher Entspannungsraum eine positive Wirkung, erklärt die Leiterin des Sozialen Dienstes. „Ihre Wahrnehmung ist oft eingeschränkt“, sanfte Sinnesreize würden da helfen, sagt Ellen Klüsener. Vieles von dem, was jetzt im neuen Snoezelenraum zusammengefasst wurde, habe das Altenhilfezentrum schon seit einigen Jahren in seinem „Wohlfühlangebot“ eingesetzt, fügt sie hinzu. Massagebälle, Öle oder einfach Streicheln – „das mag eigentlich jeder“, erklärt Ellen Klüsener. Das Wohlfühlangebot werde durch den Snoezelenraum jetzt noch ergänzt.

Was den Bewohnern darin guttut, würden die Altenpfleger nach und nach durch Ausprobieren lernen. „Wir experimentieren jetzt erst einmal“, sagt Klüsener. Spezielle Snoezelen-Schulungen gebe es nicht. Inspiration hätten sich die Mitarbeiter des Altenhilfezentrums in anderen Einrichtungen geholt, die bereits Entspannungsräume eingerichtet haben.

Bei den Bewohnern in der Nordkirchener Einrichtung kam das neue Angebot schon am ersten Tag sehr gut an. Der Bewohnerbeirat habe die Idee sofort unterstützt, sagt die Zweite Vorsitzende Rita Vieth. Die 91-Jährige ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden und will den Raum auf jeden Fall nutzen, kündigte sie am Freitag an.

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