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Amerikanerin sucht Knochenmarkspender in Dortmund

Zu Fuß unterwegs

Jeana Moore ist unermüdlich. 15 Monate lang lief sie quer durch die USA, jetzt durch Deutschland. Ihr Ziel: neue Knochenmarkspender finden. Am Dienstag machte Moore Halt in Wellinghofen. Ihr Antrieb ist ein ganz persönliches Schicksal.

WELLINGHOFEN

von Von Karim Laouari

, 08.06.2012

Wenn man die zierliche Frau sieht, erscheint ihre Geschichte unglaublich. Wenn Jeana Moore aber anfängt zu erzählen, merken die Zuhörer ihr eine Kraft und eine Leidenschaft an, die den riesigen Aufenthaltsraum der Feuerwache 4 ausfüllen könnte. Hier hat sie eine Schlafstätte für die Nacht gefunden.

Alles begann am 16. April 2007, mit der Geburt von Moores Enkelin Jada. „Die Kleine kam mit Leukämie auf die Welt“, erzählt Moore und kurzzeitig weicht ihr ansteckendes Lächeln einem ernsten Blick. Die Wochen und Monate nach dem Befund seien furchtbar gewesen. „Wir haben alle Familienmitglieder überprüft, aber keiner kam infrage, dann haben wir in der amerikanischen Spenderdatei gesucht, aber wieder niemanden gefunden“, erinnert sich die 59-Jährige.

Erst eine weltweite Suche hat Jadas genetischen Zwilling offenbart, ein 30-jähriger Deutscher. Die Transplantation war erfolgreich und der heute fünfjährigen Jada gehe es immer besser, sagt Moore und findet ihr Lächeln wieder. „Das Leben meiner Enkelin konnte gerettet werden, weil jemand bereit war, sein Knochenmark einem völlig Fremden zu spenden“, fügt Moore hinzu.

In diesem Moment habe Jeana Moore gemerkt, dass Knochenmarkspenden Leben retten können. Sie wollte selbst aktiv werden und Menschen davon überzeugen, sich als Spender registrieren zu lassen. Also beschloss sie, zu Fuß loszuziehen und Werbung zu machen für die gute Sache. Erst durch die USA und jetzt durch Deutschland. Dass die Amerikanerin oft bei der Feuerwehr, wie in der Wache 4 an der Zillestraße Unterschlupf finde, habe sich mit der Zeit so ergeben. „Die Feuerwehrleute organisierten mir die Schlafmöglichkeiten bei ihren Kollegen“, sagt Moore. Dort bekam sie auch die vielen Abzeichen geschenkt, die sie an ihrer neongelben Weste trägt. Als Erinnerung an ihre Helfer. Bisher sind dort nur amerikanische Wappen angenäht. Jetzt wird noch eins aus Dortmund dazu kommen.  

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