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Andante zum Advent

BOCHUM Advent, Advent ein Lichtlein brennt. - Wer sich bei dem heftigen Regen am Sonntagabend noch vor die Tür getraut hatte, um den Weg ins Museum zu finden, den erwartete ein besonders helles, strahlendes und wärmendes Licht.

von Von Hanns Küster

, 03.12.2007

Die BoSy spielten ein Kammerkonzert mit Werken von Franz Schubert, Ernst von Dohnányi und Wolfgang Amadeus Mozart. Katrin Spodzieja, Violine, Marko Genero, Viola (Schubert, Mozart), Julie Wagner (Dohnányi) und Janet Bo-Ram Lee, Violoncello, hatten sich Stücke der Gattung Streichtrio vorgenommen. Die Komposition von Schuberts Streichtrio in B-Dur D 471 ist nicht viel mehr als ein Versuch geblieben. In seinem Ton lehnt es sich an die klassischen Vorbilder Haydns an. Anders als bei zeitgleich erschienenen Streichquartetten lässt Schubert einen experimentellen Umgang mit der Sonatenhauptsatzform hier nicht durchklingen. Das Trio ist Fragment geblieben und bricht nach 39 Takten im zweiten Satz ab. Der erste Satz, das Allegro, stand auf dem Programm des Abends und diente den Musikern als Präludium und zum ersten Funkeln.

Bedeutendes Werk

Ernst von Dohnányis (1877-1960) Serenade für Violine, Viola und Violoncello op. 10 erscheint nicht allein wegen ihres Umfangs als das bedeutendere Werk. Mit einem wuchtigen Marsch, der den Kopfsatz bildet, positioniert sich der Komponist irgendwo zwischen Mozart und Brahms, dessen glühender Verehrer er war. Das ungarische Idiom der Heimat Dohnányis, welches er in anderen Kompositionen eher scheut, scheint hier deutlich hervor. Sind die Referenzen an Brahms eher in der Musik selbst zu finden - das Bochumer Streichtrio stellte sich diesen Bezügen der Komposition und ließ sie besonders authentisch erscheinen -, so finden sich Hinweise auf das Vorbild Mozart in der Konstruktion des Stücks. Der vierte Satz variiert ein Thema mit dem Tempolimit „Andante con moto“. Auch in Mozarts Divertimento für Streichtrio Es-Dur KV 563 ist der vierte ein Variationensatz und ein mozarttypisches Andante.Das Divertimento - lange nur von Musikwissenschaftlern geschätzt und gewürdigt - ist hin und wieder von düsterem bis fast gespenstischem Charakter. Auch sein gewaltiger Zuschnitt und der Anspruch an die Virtuosität der Künstler machen das Stück für Hobbymusiker kaum spielbar. Mit viel Spaß und einer gehörigen Portion Respekt machten die Profis Mozarts Meisterwerk zu einem Hörgenuss.