Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Angeklagtem Herner droht eine empfindliche Haftstrafe

Fitnesstrainer gesteht bewaffnete Raubüberfälle

Mit einem Geständnis hat am Donnerstag in Bochum ein Prozess um vier bewaffnete Raubüberfälle in sechs Tagen begonnen. Ein Fitnesstrainer (55) aus Herne bekannte sich zum Auftakt sofort „schuldig in allen Fällen“. Ihm droht eine empfindliche Strafe.

BOCHUM

, 22.02.2018
Angeklagtem Herner droht eine empfindliche Haftstrafe

Der 55-jährige angeklagte Fitnesstrainer bekannte sich zu allen Vorwürfen als schuldig. © picture alliance / Bernd Thissen

Nachdem er Mitte September 2017 seinen Job in einem Fitness-Studio verloren hatte, hatte sich der Angeklagte nach eigenen Angaben völlig aufgegeben und tagtäglich mit Kokain zugedröhnt. „Ich hatte einfach nur noch resigniert“, sagte der 55-Jährige. Zwischen dem 24. und 30. September 2017 war der Angeklagte viermal in die Rolle eines Schwerverbrechers geschlüpft.

Dreimal war er mit einem Messer bewaffnet in Herner Spielhallen aufgetaucht, hatte die jeweiligen Aufsichten mit einem kleinen Messer bedroht und Bargeld erbeutet. Einmal hatte er in einem Supermarkt in Wanne-Eickel erst wie ein Kunde in die Schlange gestellt und ein Fläschchen „Kleiner Feigling“ über das Kassenband laufen lassen – um dann am Ende sein Messer zu zücken und dem Kassierer zu drohen: „Los, jetzt gib‘ mir mal die Scheine raus!“.

1300 Euro erbeutet

Insgesamt soll der 55-Jährige bei den vier Coups knapp 1300 Euro erbeutet haben. Das Geld will der Fitnesstrainer stets für neues Kokain ausgegeben haben.

Zum Prozessauftakt am Bochumer Landgericht war der Angeklagte von zwei Wachtmeistern mit Fuß- und Handfesseln zu seinem Platz im Saal geführt worden. Die Anklageschrift war kaum verlesen, da nickte der 55-jähriger Wanner auch schon alles ab: „Klar habe ich die Raubüberfälle gemacht. Da gibt es gar nichts dran zu rütteln.“

Empfindliche Haftstrafe

Im Falle einer Verurteilung droht dem Serienräuber, der bereits mehrfach einschlägig vorbestraft ist, eine empfindliche Haftstrafe. Möglicherweise wird parallel zu einer Haftstrafe aber auch eine Einweisung in eine geschlossene Entziehungsanstalt angeordnet.

dpa