Diese Website speichert Cookies auf Ihrem Computer. Diese Cookies werden verwendet, um Ihre Website zu optimieren und Ihnen einen persönlich auf Sie zugeschnittenen Service bereitstellen zu können, sowohl auf dieser Website als auch auf anderen Medienkanälen. Mehr erfahren über die von uns eingesetzten Cookies finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie
Anzeige
Anzeige

Angeklagter im Prozess um Wehrhahn-Bombe auf freiem Fuß

Düsseldorf. Vor 18 Jahren explodierte am Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn eine ferngezündete Bombe in einer Gruppe von Zuwandern. Es dauerte lange, bis ein Verdächtiger ermittelt und vor Gericht gestellt werden konnte. Nun überrascht das Gericht mit einer Entscheidung.

Angeklagter im Prozess um Wehrhahn-Bombe auf freiem Fuß

Rettungskräfte versorgen vor dem Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn Verletzte. Foto: Christian_Ohlig/Archiv

Im Prozess um den Bombenanschlag am Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn hat das Gericht den Haftbefehl gegen den Angeklagten aufgehoben. Nach 25 Verhandlungstagen und der Anhörung von Dutzenden Zeugen und drei Sachverständigen sehe die Kammer keinen dringenden Tatverdacht mehr, teilte das Gericht am Donnerstag mit. Der 51-Jährige kam umgehend frei.

Bei dem Bombenanschlag waren am 27. Juli 2000 zehn Menschen aus einer zwölfköpfigen Gruppe verletzt worden, einige von ihnen lebensgefährlich. Ein ungeborenes Baby starb im Mutterleib. Bei den Opfern handelt es sich um Zuwanderer aus Osteuropa. Die Staatsanwaltschaft hatte den 51-Jährigen mit Kontakten zur rechten Szene wegen zwölffacher Mordversuchs aus Fremdenhass angeklagt. Er bestreitet die Tat.

Noch am Montag hatte die Staatsanwaltschaft in einer Zwischenbilanz argumentiert, der Angeklagte habe sich selbst verraten. Er habe mehrfach Wissen offenbart, dass nur der Täter gehabt habe, hatte Staatsanwalt Ralf Herrenbrück gesagt. Der Angeklagte habe zudem mehrfach nachweislich die Unwahrheit gesagt und sich in Widersprüche verwickelt. Auch die Nebenkläger zeigten sich am Montag von der Schuld des 51-Jährigen überzeugt.

Doch das Gericht folgte der Verteidigung, die die Zeugenaussagen als unglaubwürdig kritisiert hatte. Sie seien nicht ausreichend belastbar. Das Gericht ordnete an, den 51-Jährigen nach mehr als einem Jahr aus der Untersuchungshaft zu entlassen.

Nach Einschätzung der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus sind Ermittlungsfehler aus dem Jahr 2000 für die jetzt eingetretene schwierige Lage verantwortlich. In einem Untersuchungsausschuss des Landtags hatte ein Ermittler eingeräumt, die erste Durchsuchung beim Verdächtigen sei keine echte Durchsuchung gewesen, sondern „ein Stubendurchgang“.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

NRW

Verdi legt neue Zahlen zur Personalnot in Krankenhäusern vor

Düsseldorf. Wie groß ist der Pflegenotstand in den deutschen Krankenhäusern? Die Gewerkschaft Verdi hat die Mitarbeiter befragt. Die neuen Zahlen werden in Düsseldorf vorgestellt.mehr...

NRW

Eishockey-Profi Justin Shugg verlässt die Haie

Köln. Stürmer Justin Shugg verlässt die Kölner Haie. Der 26 Jahre alte Eishockey-Profi und der Club hätten sich nicht auf eine weitere Zusammenarbeit verständigen können, teilten die Haie am Sonntagabend mit. In der vergangenen Saison der Deutschen Eishockey Liga erreichte der Kanadier in 52 Hauptrundenspielen 37 Scorerpunkte. Vor seinem Engagement in Köln war Shugg unter anderem für die Augsburger Panther unter Vertrag.mehr...

NRW

Tennisprofi Zverev fühlt sich nach Muskelriss fit für Halle

Halle. Dank einer für ihn überraschend schnellen Genesung kann Deutschlands bester Tennisspieler Alexander Zverev beim ATP-Turnier im westfälischen Halle in der kommenden Woche antreten. Nach Angaben der Veranstalter am Sonntag hatte sich der 21 Jahre alte Hamburger bei seinem Viertelfinal-Aus bei den French Open einen Muskelriss im linken Oberschenkel zugezogen. „Eigentlich dauert dieser Heilungsprozess bis zu vier Wochen, bei mir ist das innerhalb von neun Tagen wieder zusammengewachsen“, sagte Alexander Zverev, „zuerst musste ich befürchten, dass ich in Halle und Wimbledon gar nicht spielen kann.“mehr...

NRW

Hengst Weltstar gewinnt Oppenheim-Union-Rennen

Köln. Der Hengst Weltstar, der Bruder des letztjährigen Derby-Siegers Windstoß, hat am Sonntag auf der Galopprennbahn in Köln das 183. Oppenheim-Union-Rennen gewonnen. Im wichtigsten deutschen Derby-Test kam Weltstar auf der 2200-Meter-Strecke unter Jockey Adrie de Vries als Favorit zu einem ungefährdeten Sieg. Als Zweiter machte Destino (Martin Seidl) einen Doppelerfolg von Championtrainer Markus Klug perfekt. Dritter in dem mit 70 000 Euro dotierten Rennen wurde Salve del Rio unter Michael Cadeddu), Rang vier ging an Jimmu unter Marc Lerner. Alle vier zählen nun zu den Mitfavoriten für das Deutsche Derby am 8. Juli in Hamburg.mehr...

NRW

Handwerker beklagen Datenverordnung: „Raubt Zeit“

Düsseldorf. Handwerker in Nordrhein-Westfalen beklagen zusätzlichen Arbeitsaufwand durch die Ende Mai in Kraft getretene Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Das Einholen von Einverständniserklärungen, die Überarbeitung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen und zusätzliche Investitionen in die technische Datensicherheit seien teuer und aufwendig, erklärte die Handwerkskammer Düsseldorf am Sonntag nach einer Befragung von Mitgliedern.mehr...

NRW

Zwei Jugendliche verprügelt: Täter flüchtig

Waldbröl. Unbekannte haben zwei 18-Jährige in Waldbröl (Oberbergischer Kreis) zusammengeschlagen und verletzt. Die beiden Jugendlichen waren am frühen Sonntagmorgen zu Fuß unterwegs, als sie von zwei Männern zunächst angesprochen und beleidigt wurden. Dann kam es zum Handgemenge. Die beiden Täter hätten ihre Opfer so schwer verletzt, dass diese in ein Krankenhaus gebracht werden mussten, teilte die Polizei am Sonntag mit. Danach flüchteten die Schläger unerkannt. Einer der 18-Jährigen blieb stationär in der Klinik.mehr...