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Angeklagter legt nach 25 Jahren Geständnis ab

BOCHUM/ESSEN Ein mysteriöser Mordfall vor 25 Jahren scheint seit Dienstag endgültig gelöst zu sein. Ein 48-jähriger Mann aus Bochum hat das Verbrechen vor dem Essener Schwurgericht gestanden. Nach eigenen Angaben hat der Angeklagte sein 39 Jahre altes Opfer Opfer am 3. November 1983 mit einem Revolver bedroht, mit einem Messer niedergestochen und anschließend mit Pflastersteinen beworfen.

von dpa

, 12.08.2008
Angeklagter legt nach 25 Jahren Geständnis ab

Tatort war ein Wanderparkplatz bei Sprockhövel (Ennepe-Ruhr-Kreis) im Ruhrgebiet. Er habe einfach den „Kick“ spüren wollen, jemanden mit einer Waffe zu bedrohen, erklärte der 48-Jährige vor Gericht. Als ihm jedoch bewusst geworden sei, was er da mache, habe er sein Opfer nur noch beseitigen wollen.

Das Opfer hatte damals keine Chance. Die Gerichtsmediziner zählten später Dutzende vor allem im Kopfbereich sowie fünf tiefe Platzwunden am Hinterkopf. Außerdem war der Schädel des 39-jährigen teilweise zertrümmert. Wie es zu den vielen Verletzungen kam, konnte der Angeklagte im Prozess nicht erklären. Angeblich kann er sich an die Einzelheiten nicht erinnern.

In seinen Schilderungen sprach der 48-jährige Bochumer von einem „Zustand“, der einfach weg musste. Die Person, die er so grausam umgebracht habe, habe er gar nicht mehr gesehen. Er habe nur noch an seine Familie gedacht, die nichts erfahren sollte. Der ursprünglich geplante Raubüberfall habe am Ende überhaupt keine Rolle mehr gespielt. Die Polizei hatte in den Taschen des Opfers damals noch 600 D-Mark gefunden.

Trotz umfangreicher Ermittlungen war es den Fahndern seinerzeit nicht gelungen, den Täter zu fassen. 1984 waren die Ermittlungen eingestellt worden. Erst Anfang 2008 wurden die Akten wieder geöffnet. Ein jüngerer Bruder des Angeklagten hatte sich doch noch an die Polizei gewandt. Er war damals als 15-Jähriger mit dabei gewesen, hatte jedoch ein Vierteljahrhundert geschwiegen. Das Schwurgericht hat für den Prozess zunächst noch drei Verhandlungstage bis zum 20. August vorgesehen.