Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Angriffe auf Regimetruppen in syrischen Provinzen

Damaskus/Istanbul (dpa) Die syrischen Regierungstruppen müssen bei ihren Einsätzen in den Hochburgen der Regimegegner immer mehr Verluste hinnehmen.

Angriffe auf Regimetruppen in syrischen Provinzen

Zerstörungen in Homs: Nach Angaben der Opposition desertieren immer mehr Soldaten der syrischen Regierungstruppen. Foto: Youssef Basawi

Ein Nachrichtenportal der Opposition schrieb unter Berufung auf eine Brigade der Freien Syrischen Armee, in der Provinz Homs hätten Deserteure mehrere gepanzerte Fahrzeuge der Truppen von Präsident Baschar al-Assad zerstört. Außerdem hätten sich in einem Stützpunkt der Luftwaffe zahlreiche Soldaten und Offiziere den Deserteuren angeschlossen.

Jüngste Berichte über den Einsatz von Artillerie, Hubschraubern und Panzern in den Städten Al-Haffa und Latakia sowie die jüngsten Angriffe in der Region Homs beunruhigen die Vereinten Nationen. Der Syrien-Sonderbeauftragte Kofi Annan äußerte «ernste Sorge» über die Eskalation der Gewalt zwischen Regierungstruppen und Rebellen, hieß es am Montag in einer Mitteilung seines Büros in Genf.

Annan sei berichtet worden, dass in diesen Städten eine große Zahl von Zivilisten «in der Falle sitzen». Der Syrien-Beauftragte der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga rief alle an dem Konflikt beteiligten Seiten auf, Zivilisten zu schonen und für ihre Sicherheit zu sorgen. Er forderte außerdem, dass den UN-Beobachtern in Syrien umgehend der Zugang nach Al-Haffa erlaubt wird.

Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete, am Sonntag seien 22 Angehörige der Armee und der Sicherheitskräfte beigesetzt worden. Diese seien von «Terroristen» in den Provinzen Latakia, Damaskus-Land und Deir as-Saur getötet worden. Am Montag seien in Duma außerhalb von Damaskus zahlreiche «Terroristen» getötet worden. Auch ein Angehöriger der Sicherheitskräfte sei bei dem Gefecht in Duma ums Leben gekommen. Während eines weiteren Gefechts in der Provinz Latakia seien fünf Polizisten ums Leben gekommen. Im Damaszener Viertel Birse hätten die Regimegegner zwei Autos in die Luft gesprengt. Insgesamt drei Fahrzeuginsassen seien dabei ums Leben gekommen.

In einem Internet-Forum der Opposition war am Wochenende ein Video aufgetaucht, das angeblich maskierte syrische Regimegegner zeigt. Sie tragen Panzerfäuste und danken «den Revolutionären aus Derna» in Libyen für ihre Waffenlieferungen. Auch aus anderen Quellen mehren sich inzwischen Hinweise darauf, dass die Bewaffnung der Assad-Gegner jetzt deutlich besser ist als noch vor etwa zwei Monaten. In Saudi-Arabien hatte das Herrscherhaus kürzlich islamische Geistliche gewarnt, die zu Spenden für Syrien aufgerufen hatten.

Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter berichtete, am Montag hätten die Regierungstruppen versucht, die von den Regimegegnern kontrollierte Ortschaft Al-Rastan sowie mehrere Viertel der Stadt Homs einzunehmen. In Al-Rastan seien vier Menschen getötet worden, darunter ein Mädchen. Durch die Explosion eines Sprengsatzes neben einer Patrouille in der Stadt Idlib seien vier Angehörige der Sicherheitskräfte und ein Zivilist ums Leben gekommen. In einem Dorf in Idlib seien drei Deserteure bei einem Gefecht mit den Regierungstruppen ums Leben gekommen. Insgesamt zählten die Regimegegner auf ihrer Seite am Montag 49 Todesopfer, die meisten von ihnen in der Provinz Idlib.

Die Oppositionswebsite All4Syria meldete, am Wochenende seien acht Aktivisten aus dem Gefängnis entlassen worden. Auch drei Aktivisten, die ohne Gerichtsurteil festgehalten wurden, habe man freigelassen.

Sana-Meldung, englisch

THEMEN

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Papst spricht von "schändlicher Attacke"

Bus-Anschlag in Syrien: Viele Kinder unter den Toten

ALEPPO Am Samstag erschütterte eine Autobombe das Bürgerkriegsland erneut. Diesmal trifft sie Syrer, die ihre Heimatorte nach monatelanger Belagerung verlassen mussten. Mehr als die Hälfte, die ihr Leben bei diesem hinterlistigen Anschlag verloren, sind Kinder. Neuesten Angaben zufolge starben insgesamt mindestens 126 Menschen. Doch wer ist für die Explosion verantwortlich?mehr...

Ermittlungen der Kölner Polizei

Syrer plante offenbar Sprengstoffanschlag

Köln Die Polizei ist überzeugt: Durch die Festnahme eines jungen Syrers in Köln konnte ein Sprengstoffanschlag verhindert werden. Der 16-Jährige soll sich in kurzer Zeit radikalisiert haben.mehr...

Auf der Kippe

Pünktlicher Start der Syrien-Verhandlungen fraglich

Genf/New York Der syrische Bürgerkrieg geht in das sechste Jahr. Millionen sind vor der Gewalt geflohen, sie brauchen dringend Hilfe. Humanitäre Gruppen rufen alle Menschen in der Welt auf, ihre Stimme zu erheben - aber der pünktliche Start der Friedensverhandlungen ist weiter in Gefahr.mehr...

Bürgerkrieg

So sieht der UN-Friedensplan für Syrien aus

NEW YORK Der Plan ist ehrgeizig - und jetzt auch verbindlich: Der UN-Sicherheitsrat billigt einen Friedensplan für Syrien. Trotzdem wird das nächste Jahr „nicht einfacher werden“, warnt Bundesaußenminister Steinmeier.mehr...

Wahl in 18 Monaten

Fahrplan für politischen Neuanfang in Syrien

WIEN/BELEK Die Außenminister haben vorgearbeitet, die Präsidenten Obama und Putin geben ihren Segen: Der Bürgerkrieg in Syrien soll beendet werden. Für das zerstörte Land ist es ein Weg voller Hindernisse, aber vielleicht doch eine Chance.mehr...

Hintergrund

Warum es gerade jetzt so viele Flüchtlinge gibt

BELGRAD Die Zahl der Flüchtlinge weltweit ist so hoch wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Allein in Deutschland werden in diesem Jahr 800.000 Asylsuchende erwartet. Das sind vier Mal so viele wie im vergangenen Jahr und mehr als je zuvor. Ein wesentlicher Grund für den Anstieg ist die dramatische Lage in Syrien.mehr...