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Angst vor Schatten und Schall

CAPELLE Es brodelte am Dienstag im Saal der Gaststätte Simonsmeier. Mehr als 100 Bürger waren zum Diskussionsabend über die in Capelle geplanten Windkraftanlagen gekommen. Eingeladen hatten die fünf Landwirte, die die Windräder auf ihren Flächen in Capelle errichten wollen.

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Laut gültigem Bebauungsplan sind derzeit in Capelle nur Windkraftanlagen mit einer Gesamthöhe von 100 Metern erlaubt.

Dr. Rüdiger Böngeler (r.) vom Fachbüro enveco aus Münster erläuterte die Planungen der Windkraftanlagen. Stefan Blome von der Landwirtschaftskammer NRW referierte über die ökologischen und wirtschaftlichen Aspekte der Windkraft im allgemeinen und speziell in Capelle.

Reinhard Nüse, Christian Ophaus, Winfried Overhage, Theodor Schulze Twenhöven und Dirk Spinne. Sie mussten sich den Vorwurf anhören, dass diese Informationsveranstaltung zu spät komme. Vor den Planungen hätte man mit den betroffenen Anwohnern reden sollen. Reinhard Nüse entgegnete, dass er den jetzigen Termin für ausreichend halte, weil noch gar kein Bauantrag gestellt worden sei.

Daten und Fakten

Natürlich ging es am Dienstag auch um die von den Investoren gewünschte Änderung des Bebauungsplanes, damit in dem Windvorranggebiet 150 statt 100 Meter hohe Anlagen gebaut werden können. Dazu lieferten Dr. Rüdiger Böngeler vom Planungsbüro enveco und Stefan Blome von der Landwirtschaftskammer NRW Daten und Fakten.

    Aber einige Zuhörer wollten deren Argumenten nicht trauen, weil sie sie für parteiisch hielten. Sie zweifelten ihre Zahlen und Fotos an und kritisierten immer wieder die ihrer Ansicht nach geheimen Planungen. Bernd Müller, einer der Sprecher der Interessengemeinschaft gegen die Windräder, sprach von "einem Dolchstoß in den Rücken der Nachbarschaft."

Wertminderung der Grundstücke befürchtet

Deutlich wurde, dass sich der Protest vieler Bürger nicht nur gegen die drei größeren Anlagen richtet, sondern gegen Windräder in Capelle überhaupt. Sie fürchten Lärm und Schatten sowie eine Wertminderung ihrer Grundstücke.Dagegen konnten die Berater der fünf Landwirte kaum durchdringen. Sie versicherten, dass niemand Schatten auf sein Haus bekomme und dass alle zulässigen Schallgrenzwerte eingehalten werden müssen. Das sei gesetzlich vorgeschrieben und werde im Zuge eines möglichen Baugenehmigungsverfahrens genau geprüft.

Aber die Gegner der Windräder ließen sich nicht überzeugen und akzeptierten weder die ökologischen noch die ökonomischen Rechnungen der Referenten. Hier wollten sich wenige auf Kosten aller anderen bereichern, so ein Vorwurf. Dem hielt Reinhard Nüse entgegen, dass er und seine vier Kollegen, die Anlagen nicht allein finanzieren können. Er bot allen Interessierten an, sich an den Investitionen zu beteiligen.

"Vorranggebiete werden knapp"

Allerdings betonte Nüse, dass in Capelle auf jeden Fall Windräder gebaut werden: "Die Vorranggebiete werden knapp. Die Interessenten stehen Schlange." Und wenn die drei großen Anlagen nicht gebaut werden könnten, dann würden die fünf Landwirte ihre Flächen verpachten. Dann könnte zum Beispiel die Firma Enercon selbst als Investor auftreten. Enercon ist Marktführer unter den deutschen Produzenten von Windkraftanlagen.

Wie es weitergehe, so Nüse, liege nun an der Politik. Der Rat entscheidet am 18. Dezember, ob größere Windräder in Capelle gebaut werden dürfen.

  

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