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Anthrax-Anschläge in den USA aufgeklärt

Washington (dpa) Der US-Biowissenschaftler Bruce Ivins, der vor einer Woche Selbstmord begangen hat, ist nach Erkenntnissen der US- Behörden allein für die tödlichen Anthrax-Anschläge vom Herbst 2001 in den USA verantwortlich.

Anthrax-Anschläge in den USA aufgeklärt

Ermittler in Sicherheitskleidung am Fundort eines Anthrax-Briefes in Washington im November 2006.

Ivins sei eindeutig der Mann gewesen, der seinerzeit Briefe mit tödlichen Milzbranderregern an Politiker und US-Medien geschickt hatte, heißt es in einer Erklärung des US- Justizministeriums vom Mittwochabend (Ortszeit). Fünf Menschen waren damals gestorben.

«Wir glauben angesichts der Beweislage, dass wir seine Schuld ohne jeden Zweifel vor Gericht hätten beweisen können», sagte der zuständige Staatsanwalt in Washington, Jeffrey Taylor. Hunderte von Dokumenten bewiesen seine Schuld. Das FBI vermutet als Motiv der Tat die Ablehnung eines von Ivins entwickelten Impfstoffs gegen den Milzbranderreger.

Der 62-jährige, der fast zwei Jahrzehnte in einem Regierungslabor in Fort Detrick (Maryland) als Experte für die Abwehr von Biowaffen arbeitete, war vergangene Woche an einer Überdosis Schmerzmittel gestorben. Die Justizbehörden hatten ihn kurz zuvor über die Anklageerhebung unterrichtet. Der Wissenschaftler war einem Bericht der «Los Angeles Times» zufolge seit langem depressiv.

Ivins habe die Polizei im Herbst 2001 auch bei den Ermittlungen wegen der Anthrax-Anschläge unterstützt. Die Anschläge kurz nach den Terrorangriffen vom 11. September hatten damals die USA tief beunruhigt. Ivins, den die Bundespolizei FBI bereits seit längerem in Verdacht hatte, habe seinerzeit bei der Identifizierung der Anthrax- Erreger geholfen.

Der Direktor des Bundeskriminalamtes FBI, Robert Mueller, erläuterte am Mittwoch Angehörigen der Opfer des Anschlags das Ergebnis der jahrelangen Ermittlungen. Demnach konnte mit Hilfe neuer Technologien ein bei Ivins gefundener Glaskolben mit Anthrax-Sporen analysiert werden, die identisch waren mit dem Anthrax, das bei den Anschlägen verwendet worden war. «Wir waren mit einer Waffe konfrontiert, mit der wir es noch nie in unserem Leben zu tun hatten», sagte ein FBI-Beamter.

Erst kürzlich hatte die US-Justiz einem anderen ehemaligen Biowissenschaftler wegen nie bewiesener Beschuldigungen im Zusammenhang mit den Anthrax-Anschlägen eine Entschädigung in Höhe 2,8 Millionen Dollar (1,7 Millionen Euro) bezahlt. Der Wissenschaftler Steven Hatfill war seinerzeit namentlich als Hauptverdächtiger genannt worden, wurde aber später weder angeklagt noch verurteilt. Er selbst bestritt jede Beteiligung an dem Verbrechen und hatte die Behörden wegen Verletzung seiner Privatsphäre verklagt.

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