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Anti-Apartheidskämpferin Winnie Mandela stirbt mit 81 Jahren

Johannesburg. Sie gehörte zu den Kämpfern für Freiheit im Südafrika der Apartheid. Viele sahen sie schon an der Seite von Nelson Mandela als First Lady. Doch Skandale und Affären führten dazu, dass er sich noch vor seiner Wahl von Winnie trennte. Nun ist auch sie tot.

Anti-Apartheidskämpferin Winnie Mandela stirbt mit 81 Jahren

Winnie Mandela im Jahr 2008 in Johannesburg. Foto: EPA

Winnie Mandela, die Ex-Frau des südafrikanischen Freiheitskämpfers Nelson Mandela, ist tot. Die prominente Aktivistin gegen die Apartheid starb im Alter von 81 Jahren nach langer Krankheit im Krankenhaus Netcare Milpark in Johannesburg, wie ihre Familie mitteilte.

Zu Recht sei Winnie Mandela als „Mutter der Nation“ bekannt geworden, hieß es darin. Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela selbst war bereits 2013 gestorben. Er hatte Südafrika als erster schwarzer Präsident von 1994 bis 1999 regiert.

UN-Generalsekretär António Guterres würdigte Mandela als „starke und furchtlose Stimme im Kampf für Gleichberechtigung“. Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa sagte: „Heute haben wir eine Mutter, eine Großmutter, eine Freundin, eine Kameradin, eine Anführerin und eine Ikone verloren.“

Der südafrikanische Friedensnobelpreiträger und frühere Erzbischof von Kapstadt, Desmond Tutu, lobte Mandela, weil sie sich der in Südafrika über Jahrzehnte staatlich festgelegten und organisierten Trennung zwischen Weißen und Schwarzen konsequent widersetzt habe. „Ihr mutiger Trotz hat mich sehr inspiriert, wie auch Generationen von Aktivisten“, erklärte er.

Der prominente ANC-Politiker Mbalula Fikile twitterte, Mandelas Tod sei ein großer Schock. „Sie verkörperte Stärke, Widerstandskraft und eine unendliche Freiheitsliebe.“

Winnie Mandela war seit Jahresbeginn mehrfach in einer Klinik behandelt und wieder entlassen worden, wie die Familie weiter mitteilte. Die genaue Todesursache wurde nicht genannt. „Sie verstarb friedlich in den frühen Stunden des Montagnachmittags, umgeben von ihrer Familie und geliebten Menschen“, hieß es weiter.

Als Symbolfigur des Anti-Apartheid-Kampfes in Südafrika hatte die Tochter eine Lehrers mehr als vier Jahrzehnte lang Politik und Schlagzeilen gemacht. Sie war aber auch gleichsam wegen Skandalen und wegen ihres Auftretens umstritten.

1958 hatte Winnie Nomzamo („die Strebsame“) Mandela den Anwalt Mandela geheiratet, sie selbst ließ sich zur Sozialarbeiterin ausbilden. Mit der Verhaftung des Chefs des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) 1962 und seiner Verurteilung begann für sie die schwierigste Zeit ihres Lebens. Am 11. Februar 1990 kam Mandela nach 27-jähriger Haft wieder frei. „Sie (Winnie Mandela) hielt die Erinnerung an ihren inhaftierten Mann Nelson Mandela während seiner Jahre auf (der Gefängnisinsel) Robben Island aufrecht und half dabei, dem Kampf für Gerechtigkeit in Südafrika eines seiner bekanntesten Gesichter zu geben“, schrieb die Familie weiter.

Doch noch vor seiner Wahl zum Präsidenten trennte er sich von ihr und ließ sich 1996 scheiden: Die schillernde Populistin wurde mit Entführungen, Folterungen und sogar Mord in Verbindung gebracht. 1991 wurde sie wegen Entführung und Beihilfe zur Körperverletzung von vier schwarzen Jugendlichen zu sechs Jahren Haft verurteilt, kam in der Berufung aber mit einer Geldstrafe davon.

Nach der Scheidung nannte sie sich Winnie Madikizela-Mandela. Zum Schluss gab sie alle politische Ämter ab.

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