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Anti-Körper gegen Spanische Grippe halten 90 Jahre

London (dpa) ­ Noch 90 Jahre nach dem Ausbruch der verheerenden Spanischen Grippe finden sich im Blut Überlebender Antikörper gegen das Virus. Diese schützen Mäuse noch heute vor einer tödlich verlaufenden Infektion mit dem Grippevirus, berichten US-Forscher im Fachmagazin «Nature» (online vorab).

Sollte es je zu seiner Grippe-Epidemie mit einem ähnlichen Virustyp kommen, könnten solche Antikörper auch therapeutisch genutzt werden.

Die Spanische Grippe zog zwischen 1918 und 1920 um die Welt und kostete insgesamt mindestens 25 Millionen Menschen das Leben, manche Experten gehen gar von rund 50 Millionen Todesopfern aus. Der Erreger, ein Grippevirus vom Typ H1N1, war außergewöhnlich aggressiv. Er bedrohte vor allem junge, gesunde Menschen zwischen 20 und 40 Jahren ­ und nicht wie Grippeviren anderer Typen hauptsächlich Kleinkinder und ältere Menschen.

James Crowe vom Vanderbilt University Medical Center (Nashville/US-Staat Tennessee) und seine Mitarbeiter spürten nun insgesamt 32 Menschen auf, die die Grippe-Pandemie noch selbst erlebt hatten. Sie waren damals zwischen zwei und zwölf Jahre alt, haben heute also ein Alter von rund 100 Jahren erreicht. Die meisten der Probanden konnten sich erinnern, dass ein Mitglied ihres damaligen Haushalts an der Grippe erkrankt war ­ sie hatten also direkt Kontakt zu dem Virus gehabt.

Im Blut aller Probanden wiesen die Forscher Antikörper gegen das Virus von 1918 nach. Bei sieben von acht getesteten Menschen fanden sie darüber hinaus noch sogenannte Gedächtniszellen im Blut ­ B- Lymphozyten, die noch immer diese Antikörper produzieren. Spritzten die Wissenschaftler Mäusen solche Antikörper, starben sie anders als Kontrolltiere nicht an einer absichtlich herbeigeführten Infektion. Die Untersuchung zeige, dass im Menschen B-Zellen noch viele Jahre nach einer Infektion erhalten bleiben, sogar bis ins zehnte Lebensjahrzehnt, schreiben die Forscher.

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