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Risse in Gebäuden und nächtliche Ruhestörungen bringen Anwohner der Hammer Straße auf die Barrikaden. Und vielleicht gehen sie schon bald wieder auf die Straße. Was es bringt, wird sich zeigen.

Königsborn

, 07.08.2018 / Lesedauer: 3 min

„Um 3 Uhr sitze ich senkrecht im Bett“, sagt Mario Schwiderowski. Der Anwohner der Hammer Straße beschreibt so, wie es in seinem Haus zu hören und zu spüren ist, wenn wieder einer der großen Lastwagen vorbeifährt. Dass es immer wieder laut ist auf der Hammer Straße, ist aber nicht das einzige Problem, auf das der Königsborner hinweist. Er betrachtet auch Risse im Putz seines Hauses mit zunehmender Sorge. „Da sind schon wieder neue.“ Vor vier Jahren habe er die Fassade des Gebäudes neu verputzen und anstreichen lassen.

Anwohner klagen über Gebäudeschäden durch Schwerlastverkehr

Die Schäden reichen teils vom Sockel bis hinauf zur Dachrinne. © Marcel Drawe

Risse in Hauswänden

Nun reißt sie an mehreren Stellen auf, teils vom Sockel bis hinauf zur Dachrinne. Schwiderowski führt die Schäden auf den Verkehr zurück, auf Erschütterungen, die von der Straße bis ins Gebäude übertragen werden. Das Wackeln habe er mit einer einfachen Apparatur nachgewiesen: Der Versuchsaufbau an seinem Haus enthielt ein mit Wasser gefülltes Gefäß. Rollte ein Laster auf der Straße vorbei, sei das Wasser herausgeschwappt.

Die Straße in Höhe des Hauses hat ausgebesserte Stellen. Tatsächlich ist es hör- und spürbar, wenn ein Fahrzeug über die Nahtstellen der Flicken fährt. Das gleiche passiert schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite. Auch vor dem weißen Nachbarhaus ist die Asphaltdecke nicht ganz glatt. Und auch dort sind Risse in der Fassade zu erkennen. Ebenso wie Schwiderowski führt der Nachbar die Schäden auf den Straßenverkehr zurück.

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Auch am Gebäude schräg gegenüber sind Risse im Putz deutlich zu erkennen. © Marcel Drawe

Nach Schwiderowskis Einschätzung wären geringere Geschwindigkeiten schon ein Teil der Problemlösung. Bei der Kreispolizeibehörde hat er inzwischen angefragt, ob diese nicht mit Radarmessungen zu schnelle Fahrer ausbremsen könne, wohlgemerkt zu den akuten Zeiten während der Woche.

Anwohner klagen über Gebäudeschäden durch Schwerlastverkehr

Unzählige Lastwagen sind täglich, teils auch nachts, auf der Hammer Straße unterwegs. Wenn sie über Flickstellen fahren, sind die Erschütterungen auch in den in der Nähe stehenden Häusern spürbar. Nun weisen Anwohner auf Gebäudeschäden hin. © Marcel Drawe

Polizei soll Tempo messen

Unter den Rasern seien nicht nur Lastwagenfahrer, sondern auch Autos und Motorräder, die die Hammer Straße als „Rennstrecke“ nutzten. Die Pressestelle der Polizei bestätigt die Anfrage und berichtet von einem geplanten Ortstermin. Die Polizei plane tatsächlich Geschwindigkeitsmessungen, sagte eine Sprecherin, ohne Details zu nennen. Schwiderowski hofft auf eine baldige Umsetzung. Sollte ein Eingreifen der Behörde nicht zum Erfolg führen, dann sei es auch denkbar, dass sich die Anwohner selbst darum kümmern, den Verkehr auszubremsen. Das hatten sie vor einigen Monaten schon ausprobiert. Im Streit mit der Stadt um die Führung eines Radwegs über den Bürgersteig hatten einige Anwohner ihre Autos regelkonform auf der Straße abgestellt und nicht wie sonst auf dem Gehsteig daneben. Das sei jederzeit wieder möglich, sagt Schwiderowski.

Verantwortlich für die Straße ist der Landesbetrieb Straßen NRW. Ob und wann die unebenen Stellen in der Asphaltdecke ausgebessert werden, ist offen. Der Landesbetrieb beantwortete eine entsprechende Anfrage unserer Redaktion bisher nicht. Das gleiche gilt für die Frage, ob es aktuelle Verkehrszählungen für diesen Abschnitt der Hammer Straße gibt.

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