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Anwohner protestieren gegen Ausbau

Am Gardenkamp

BAROP Der Ausbau der Straße „Am Gardenkamp“ und seine Folgen: Seit Donnerstag vergangener Woche ist für die Anwohner der massive Eingriff in die Landschaft sichtbar. Und bei denen stößt das sauer auf

von Von Peter Bandermann

, 28.07.2009

Bagger haben zwischen der Universitätsstraße und dem Universitätsgelände eine 40 Meter breite und 300 Meter lange Schneise geschlagen. Noch hält der Gardenkamp als Anliegerweg seinen Dornröschenschlaf – 2011, wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind, mutiert er zu einer Hauptverkehrsstraße, die täglich bis zu 15 000 Fahrzeuge schlucken soll. Damit der Verkehr rollt und ein Regenrückhaltebecken gebaut werden kann, musste die Stadt jetzt Bäume fällen. Und Büsche roden, was laut Paragraf 64 des Landschaftsschutzgesetzes – mitten zwischen Anfang März und Ende September verboten ist.

Darauf haben Thomas Quittek vom Bund für Umwelt und Naturschutz und Barbara Brunsing von den Grünen hingewiesen. Dr. Wilhelm Grote vom Umweltamt ließ deshalb gestern am Mittag die fast abgeschlossenen Rodungsarbeiten stoppen. Den am Dienstag deutlich sichtbar gewordenen Eingriff in die Landschaft verurteilten 25 Baroper Bürger gestern scharf, darunter auch Claudia Tillmann und Hajo Runge. Grünspecht, Buntspecht, Bussard, Eulen und Fledermäuse seien in der jetzt kahl geschlagen Landschaft beheimatet – „wir reden hier nicht über einige wenige Fliegen“, schimpft Hajo Runge, der gestern, neben gefällten Bäumen stehend, laut über eine Strafanzeige gegen die Stadt nachdachte. Denn kein Bürger dürfe zwischen dem 1. März und dem 30. September Hecken und Büsche schneiden oder zerstören – aber die Stadt setze sich eiskalt über diese Vorschrift hinweg und untergrabe den Naturschutz. Die Anwohner vermuten eine Methode: Um in der Urlaubszeit und vor der Kommunalwahl Fakten zu schaffen und dem umstrittenen Gardenkamp-Ausbau den Weg zu ebnen seien die Bagger gerade in dieser Zeit angerückt. Nicht nur das ärgert die Kritiker. Claudia Tillmann kann nicht nachvollziehen, dass das Straßenbauprojekt Millionenbeträge u. a. für den Bau einer Brücke über den Rahmkebach verschlingt, obwohl die Stadt das Geld an anderer Stelle, wo es viel nötiger sei, ausgeben könne.

Auch verkehrspolitisch sei der Straßenbau sinnlos, erneuerte Claudia Tillmann die Kritik der Gardenkamp-Ausbaugegner: Denn einen Steinwurf von der neuen Trasse entfernt verläuft der bereits vorhandene Meitnerweg; eine Parallelstraße, die in die gleiche Richtung führt wie die neue Fahrbahn, die vom später ausgebauten Gardenkamp auf das Unigelände führt. Gestern waren die 25 Baroper unter sich. Von der Stadt erwarten sie jetzt eine Erklärung.

  • Das Umweltamt und das Tiefbauamt der Stadt Dortmund werden über den Fortgang der Arbeiten beraten. Für den Straßenbau sind diese bereits abgeschlossen, für den Bau des Regenrückhaltebeckens ruhen sie noch.
  • Ratsmitglied und -kandidat Detlef Münch (FBI) bezeichnete die Kritik der Grünen als „Heuchelei“, weil diese „massive Landschaftszerstörung“ zwecks Straßenbau u. a. durch die Stimmen der Grünen ermöglicht worden sei.
  • Die Baroper erklärten gestern auf einer Spontanversammlung, dass das vorhandene Straßennetz ausreiche, um den Universitätsverkehr zu ermöglichen. Der neue Anschluss der Uni an die B1 könne einen Ausbau überflüssig machen.
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