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Apotheker-Prozess: Verteidiger fordern Freispruch

Gepanschte Krebsmittel

Freispruch oder jahrelange Haft: Im Prozess um angeblich gepanschte Krebsmittel könnten die Anträge von Verteidigung und Staatsanwaltschaft kaum weiter auseinanderliegen. Jetzt sind die Richter am Zug.

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Essen

, 05.07.2018
Apotheker-Prozess: Verteidiger fordern Freispruch

Das Landgericht Essen ist zu sehen. Foto: Bernd Thissen/Archiv

Im Prozess um angeblich gestreckte Krebsmedikamente haben die Verteidiger am Donnerstag Freispruch beantragt. Dem angeklagten Apotheker könne nicht nachgewiesen werden, dass er ein Serienbetrüger sei, hieß es vor dem Essener Landgericht. Außerdem sei die Analyse der sichergestellten Arzneien anzuzweifeln. „Es ist nichts bewiesen“, sagte Verteidiger Ulf Reuker in seinem Plädoyer. Auch von der „Schaffung krimineller Organisationsstrukturen“ könne keine Rede sein.

Dem 47-jährigen Apotheker wird vorgeworfen, systematisch Krebsmedikamente gestreckt, aber voll abgerechnet zu haben. Der Schaden, der allein den gesetzlichen Krankenkassen entstanden sein soll, beläuft sich angeblich auf über 50 Millionen Euro.

Die Staatsanwaltschaft hatte in diesem Zusammenhang von einer Bereicherung auf Kosten schwer kranker Menschen gesprochen und dreizehneinhalb Jahre Haft sowie ein lebenslanges Berufsverbot beantragt.

Der Angeklagte selbst hatte sich im Prozess nicht zu den Vorwürfen geäußert. Er war am 29. November 2016 festgenommen worden und sitzt seitdem ununterbrochen in Untersuchungshaft. Das Urteil soll am Freitag (11 Uhr) gesprochen werden.

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