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WWDC 2012

Apple erneuert Notebooks und iPhone-Plattform

San Francisco Viel Neues für iPhone, iPad und Mac - aber keine Spur vom mit Spannung erwarteten Apple-Fernseher. Damit enttäuscht der Konzern vielleicht die Hoffnungen mancher Fans. Aber die neuen Funktionen untermauern den Anspruch auf die Führungsrolle in der Tech-Branche.

Apple erneuert Notebooks und iPhone-Plattform

Das Next Generation Macbook Pro mit Retina Display.

Apple heizt mit dem nächsten Betriebssystem für iPhone und iPad den Kampf um den Mobilfunk-Markt mit Googles Android an. Unter den Neuerungen in iOS 6 sind die Integration von Facebook und eine bessere Version des sprechenden „persönlichen Assistenten“ Siri. Die Google-Karten werden durch einen eigenen Dienst von Apple ersetzt. Im Computer-Geschäft schickt Apple ein dünneres Spitzenmodell des Laptops Macbook Pro ins Rennen gegen Rivalen aus dem Windows-Lager. Es bekommt zudem eine stark verbesserte Bildschirm-Auflösung. Auf einen Apple-Fernseher, über den seit Monaten spekuliert wird, wartete man am Montag aber vergeblich.

Ein Fernsehgerät oder zumindest eine App-Plattform für die aktuelle Settop-Box Apple TV zählten zu den heißesten Tipps vor der Präsentation in San Francisco. Die Apple-Aktie verlor 1,58 Prozent auf gut 571 Dollar. Das Display des neuen Macbook Pro hat 5,1 Millionen Pixel und eine Auflösung von 2880 mal 1800 Bildpunkten, wie Marketingchef Phil Schiller bei der Entwicklerkonferenz WWDC sagte. Apple spricht wie beim iPhone von einem „Retina“-Display, bei dem das menschliche Auge keine Pixel erkenne. Auf dem 15-Zoll-Display (38 cm) sind viel mehr Bildpunkte als bei einem HD-Fernseher mit 1920 mal 1080 Pixeln.

WWDC 2012 - Apple stellt neue Macbooks vor

Die World Wide Developers Conference ist eine jährlich von Apple in Kalifornien veranstaltete Entwicklerkonferenz. 2012 findet sie im Moscone Center statt - Tickets waren nach nicht einmal zwei Stunden komplett ausgebucht.
Vor einem Jahr hatte auf der Apple-Entwicklerkonferenz noch Mitbegründer Steve Jobs auf der Bühne gestanden. Doch im Oktober 2011 erlag er seinem langjährigen Krebsleiden. Auch deshalb weil es die erste WWDC ohne Jobs war, wurde sie mit Spannung erwartet.
Acht Monate nach Jobs' Tod feierten die rund 5000 Besucher im Moscone Center in San Francisco seinen Nachfolger Tim Cook, der den Partnern des Unternehmens erneut vor Augen führte, auf welcher Erfolgswelle die Apple-Gemeinde reitet.
400 Millionen Nutzer sind mit ihren Kreditkartendaten im App Store registriert. 650 000 Apps stehen zum Download bereit. An die Entwickler und ihre Unternehmen hat Apple nach Angaben von Cook fünf Milliarden Dollar ausgezahlt. In mehr als 120 Ländern ist die App-Plattform bereits verfügbar, 32 weitere werden diese Liste demnächst verlängern.
Doch auf der WWDC geht es traditionell um mehr als nur die Beziehung zwischen Apple und den Entwicklern. Hier wurde 2003 der erste PowerMac G5 vorgestellt, 2006 der erste Mac Pro, 2010 das iPhone 4. Tim Cook überließ es seinen Mitstreitern im Führungsteam, die diesjährigen Neuheiten zu verkünden: Marketingchef Phil Schiller durfte die runderneuerten Notebook-Familien MacBook Air und MacBook Pro präsentieren.
Darunter ist ein neues Super-Notebook mit einem hochauflösenden Display, das vom britischen Design-Chef Jony Ive völlig ohne Understatement als »der beste Computer, den wir je bei Apple gebaut haben« bezeichnet wird.
Auch die Pro-Programme wie Aperture oder Adobe Photoshop wurden extra für das neue Macbook Pro aufgefrischt.
Bei seinen Notebooks setzt Apple - wie manche Konkurrenten aus dem Windows-Lager auch - auf Intels neue Prozessorarchitektur »Ivy Bridge« und die schnellere Schnittstelle USB 3.0. Beim Spitzenmodell führt Apple jedoch auch seine »Retina« genannte Bildschirmtechnik ein, die eine bislang unerreichte Auflösung von über fünf Millionen Pixeln auf einem 15-Zoll-Bildschirm (38 cm) ermöglicht. Da können die Wettbewerber nicht mithalten.
Nach der Keynote versammelten sich hunderte WWDC-Besucher vor zylindrischen Vitrinen, in denen Apple die neuen Objekte der Begierde ausgestellt hatte. Die meisten WWDC-Gäste ließen sich in ihrer Begeisterung auch nicht von dem Preis abschrecken, den Apple-Manager Schiller zuvor verkündet hatte. In den USA verlangt Apple mindestens 2200 Dollar - üppig ausgestattet kann das Retina-Notebook sogar über 3000 Dollar kosten (ohne Mehrwertsteuer). In Deutschland stehen mindestens 2279 Euro auf dem Preisschild (inklusive Mehrwertsteuer).
Applaus gab es auch für das neuen Mobil-Betriebssystem iOS 6, das auf dem iPhone (4S, 4 und 3GS), dem iPad (2 und 3) sowie und dem iPod touch (vierte Generation) als kostenloses Update installiert werden kann. Mit dem neuen System verzahnt Apple seine mobilen Geräte eng mit Facebook, so dass künftig aus zahlreichen iOS-Apps heraus Aktionen auf dem Sozialen Netzwerk angestoßen werden können.
So kann man direkt aus der Foto-Anwendung heraus Bilder mit Freunden auf Facebook teilen oder Songs in iTunes in dem Netzwerk empfehlen. Experten gehen davon aus, dass Apple sein eigenes Musik-Netzwerk Ping nicht mehr weiterentwickelt und stattdessen den Spezialisten Facebook und Twitter den Platz überlässt. Scott Forstall - Chef der iPhone Software-Abteilung - stellte die Neuigkeiten vor.
Viel vor hat dagegen Apple mit seiner Sprachtechnologie Siri, die künftig auch Spanisch, Italienisch, Koreanisch, Mandarin und Kantonesisch versteht. Bislang gab es Siri nur auf dem iPhone 4S, künftig auch auf dem neuen iPad. Über die Sprachsteuerung gelangen nun auch Sportergebnisse auf den Bildschirm, inklusive Fußball aus den europäischen Spitzenligen. Außerdem kann man via Siri auch seinen Facebook-Status erneuern, eine Kurzmitteilung auf Twitter absetzen oder eine App öffnen.
Wie erwartet verabschiedet sich Apple bei iOS 6 von Google Maps und setzt eigenes Kartenmaterial ein. Dadurch wird das iPhone zum Verkehrsmelder in Echtzeit und Navigationssystem. Mit deutschen Autobauern wie Audi, BMW und Mercedes und etlichen anderen Herstellern hat Apple vereinbart, ein darauf angepasstes Dockingsystem einzuführen.
Für das iPhone gibt es zudem einen neue App, die Eintrittskarten oder zum Beispiel Flugtickets auf einer Plattform vereinigt. So sehr aber während der zweistündigen Präsentation immer wieder Szenenapplaus der versammelten Entwickler aufbrandete: Nach dem Auftritt waren viele WWDC-Besucher doch enttäuscht. Sie hatten auf das legendäre »One More Thing« gehofft, mit dem Steve Jobs so oft das Publikum überrascht hatte.
Doch Tim Cook wollte an diesem Tag keine weitere Neuheit wie ein weißes Kaninchen aus dem Hut zaubern, etwa den von vielen Fans erhofften Apple-Fernseher. Damit unterschied sich Cook von seinem Vorgänger Jobs, der ihm mit auf den Weg gegeben hatte:  "Denk nie darüber nach, was ich tun würde - tu das Richtige!"

Das neue Macbook Pro ist etwa ein Viertel dünner als das Vorgängermodell. „Es ist der beste Computer, den wir je gebaut haben“, sagte Chefdesigner Jony Ive in einem eingespielten Video. Ein ausgeklügeltes Element sind etwa asymmetrische Flügel an den internen Ventilatoren, damit sich deren Geräusch auf ein breites Frequenzspektrum verteilt und damit kaum hörbar wird. Soviel Liebe zum Detail hat aber auch ihren Preis: Die günstigste Konfiguration kostet in Deutschland 2279 Euro. Das größte Modell des Macbook Pro mit 17-Zoll-Bildschirm wird eingestellt.

Die kompaktere Laptop-Reihe Macbook Air bekommt unter anderem einen neuen Prozessor von Intel, bessere Grafik und schnellere Anschlüsse des Formats USB 3. Das Zusammenspiel der verschiedenen Apple-Geräte wird insgesamt deutlich verbessert. In iOS 6 setzt Apple noch stärker als bisher auf Siri und bügelt mehrere oft kritisierte Mankos aus. So kann man jetzt per Stimmbefehl Apps starten. Auch Facebook hört aufs Wort. Die Integration im Auto wird verbessert mit Modellen unter anderem von BMW, Mercedes und Audi. Sprachen wie Spanisch und Chinesisch-Varianten erweitern den Nutzer-Kreis. Und Siri kommt nun auch auf das iPad-Tablet.

Den Videotelefonie-Dienst Facetime wird man erstmals auch im Mobilfunk-Netz nutzen können - bisher war die Funktion auf WLAN-Netze beschränkt. Und Apple übt schon mal für seine Version eines digitalen Portemonnaies im Handy: Die App Passbook bündelt an einem Ort Boarding-Karten, Kino-Tickets oder Treue-Karten. Der Clou ist dabei die Integration: Wenn etwa die Kinovorstellung ansteht, kommt eine Termin-Erinnerung. Ein Wisch, und das Ticket mit QR-Code erscheint. Die Bord-Karte kann zeigen, wenn sich das Abflug-Gate ändert. Auch die neuen Apple-Karten sollen besser mit anderen Diensten verknüpft sein: Stau-Anzeige, Navigations-Anweisungen, Integration mit Siri. Google stellte die Karten für die mobilen Apple-Geräte seit dem Start des iPhone 2007. Die Partner wurden aber zu erbitterten Rivalen, seit Google auf das mobile Betriebssystem Android setzt.

Wie erwartet wurden Details zum nächsten Mac-Betriebssystem OS X „Moutain Lion“ vorgestellt. Mit der neuen Software sollen mehr populäre Elemente von iOS den Weg auf die Macs finden, etwa beim Umgang mit Erinnerungen, Notizen, Mitteilungen. Außerdem wird Apples Online-Speicherdienst iCloud stärker eingebunden, die Macs bekommen eine eingebaute Diktier-Funktion. Die neue Funktion „Power Nap“ hält die Macs auch im Standby-Zustand auf dem Laufenden. „Mountain Lion“ („Berglöwe“) kommt im kommenden Monat auf den Markt.Apple erneuert die Mac-Software kurz vor dem für Herbst erwarteten Start des Microsoft-Systems Windows 8. Obwohl der Marktanteil des Mac seit Jahren steigt, dominiert Windows weiter klar das PC-Geschäft.

Konzernchef Tim Cook startete mit Zahlen, die die Stärke von Apple demonstrieren sollen. Der Konzern hat in seinen App Stores inzwischen 400 Millionen Kunden. Das Angebot an Apps stieg auf 650.000. Davon sind 225.000 für das iPad optimiert. Apple zahlte bisher fünf Milliarden Dollar an Software-Entwickler aus, insgesamt wurden 30 Milliarden Apps heruntergeladen. Der Apple-Nachrichtenservice iMessage - Konkurrenz für die SMS und andere Messaging-Dienste - hat 140 Millionen Nutzer, die jeden Tag eine Milliarde Kurzmitteilungen verschicken. Jedes zweite Twitter-Foto komme von iOS-5-Geräten. 

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