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ArcelorMittal weiter auf Einkaufstour

Luxemburg (dpa) Der weltgrößte Stahlkonzern ArcelorMittal ist weiter auf Einkaufstour: Im US-Bundesstaat Pennsylvania hat das Unternehmen für 160 Millionen Dollar (102 Millionen Euro) das Kokswerk des Herstellers Coppers (Monessen) gekauft.

ArcelorMittal weiter auf Einkaufstour

ArcelorMittal kauft ein Kokswerk in den USA, kann aber die geplante Mehrheitsübernahme des Stahlkochers China Oriental möglicherweise nicht durchsetzen.

«Das ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung unseres Selbstversorgungsgrades bei Koks angesichts der starken Nachfrage nach Koks», teilte das Unternehmen am Montag in Luxemburg mit. Zudem baut ArcelorMittal ein neues Stahlwerk in Mexiko. Dafür seien Investitionen von 600 Millionen US-Dollar vorgesehen. Nach einem geeigneten Standort werde noch gesucht, hieß es. Das neue Werk soll vor allem Kohlenstoffstahl und Stahlstäbe für den Autobau und das Baugewerbe produzieren. Die Kapazität der Stahlherstellung soll bei einer Million Tonnen liegen.

Erst im Juli hatte ArcelorMittal den Kokshersteller Concept Group im US-Bundesstaat West Virginia gekauft. Koks zur Stahlherstellung ist innerhalb eines Jahres um rund 200 Prozent teurer geworden. Nach Arcelor-Angaben produzierte das Werk in Monessen im vergangenen Jahr rund 320 000 Tonnen Koks, wo ArcelorMittal bisher einziger Kunde war.

Einen Rückschlag muss ArcelorMittal aber möglicherweise bei der geplanten Mehrheitsübernahme des Stahlkochers China Oriental hinnehmen. Es sehe danach aus, als ob sein Unternehmen nur eine Beteiligung von weniger als 30 Prozent erreichen werde, sagte ArcelorMittal-Chef Lakshmi Mittal der «Financial Times» (Montag). Die chinesische Regierung könne sich immer noch nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass ein ausländischer Stahlhersteller einen führenden chinesischen Branchenvertreter kontrolliere.

«Wir müssen uns möglicherweise mit weniger zufriedengeben, als wir wollten», sagte Mittal. «Aber auch eine Beteiligung von rund 30 Prozent ist nützlich für uns.» Ende 2007 war bekanntgeworden, dass ArcelorMittal über eine Reihe von Aktienkäufen eine 73-Prozent-Beteiligung an China Oriental aufgebaut hatte. Mittal hatte gehofft, die chinesische Regierung davon überzeugen zu können, dass eine beherrschende Position ArcelorMittals bei China Oriental für die Stahlbranche des Landes vorteilhaft sei - doch nun hat die zuständige chinesische Behörde die Sechsmonatsfrist für die Genehmigung verstreichen lassen.

2008 hat ArcelorMittal bereits den Einstieg in den russischen Stahlmarkt geschafft, den Baustahlproduzenten Bayou Steel übernommen, seine Beteiligung am türkischen Stahlhersteller Erdemir aufgestockt, eine Übernahme in Estland getätigt und seine Führungsrolle beim US-Stahlproduzenten Noble International Ltd ausgebaut. Erst im Mai hatte sich der Branchenprimus für weitere Übernahmen gerüstet und das genehmigte Kapital von seinen Aktionären um zehn Prozent auf gut sieben Milliarden Euro erhöhen lassen. 2007 gab es bei ArcelorMittal 35 Übernahmen oder Fusionen.

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