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Archäologen entdecken mehr als 2000 Skelette

Berlin (dpa) Archäologen haben bei Ausgrabungen in Berlins Mitte die Überreste von mehr als 2000 Menschen entdeckt. Die Gebeine gehören zu Gräbern rund um die einstige Petrikirche, die vor 700 Jahren errichtet wurde.

Archäologen entdecken mehr als 2000 Skelette

Eine Archäologin legt die Gebeine eines Skelettes aus dem 14. Jahrhundert frei.

Der Nachfolgebau mit seinem 111 Meter hohen Turm war lange Zeit das höchste Gebäude der Stadt. Die DDR riss die im Krieg beschädigte Kirche 1964 ab. Der Fundort in der Nähe des Schlossplatzes sei Teil der mittelalterlichen Keimzelle der späteren Stadt Berlin, sagte Senatsbaudirektorin Regula Lüscher am Montag. Die Ruine gehöre zu den frühesten Zeugnissen der Stadtgeschichte und soll für Besucher zugänglich werden.

In vielen der 2000 Gräber seien die Reste von mehreren Menschen gelegen, sagte die Archäologin Claudia Melischs. Die Knochen sollen nun systematisch analysiert werden, um weitere Erkenntnisse über die Zusammensetzung der mittelalterlichen Bevölkerung zu gewinnen. Außerdem solle ein würdiger Ort für die Bestattung gefunden werden.

Die archäologischen Spuren sollen so weit wie möglich erhalten werden und in die Gestaltung des Platzes einbezogen werden, sagte Lüscher. Rund um die Petrikirche sollen neue Gebäude entstehen, der Wettbewerb wird nach den Ausgrabungen Ende 2009 ausgeschrieben. Sogenannte Archäologische Fenster sollen an verschiedenen Orten der Stadt Einblick in die Frühgeschichte Berlins geben.

Dazu gehören auch die Reste des etwa um 1300 gegründeten Dominikanerkloster am Schlossplatz sowie dessen Friedhof, die in den kommenden Monaten bei Ausgrabungen weiter untersucht werden sollen. Aus dem Kloster am nördlichen Rand von Alt-Cölln entwickelte sich seit Mitte des 15. Jahrhunderts das Berliner Stadtschloss.

Die letzte Fassung der Petrikirche wurde 1852 vollendet, Architekt war der Schinkel-Schüler Johann Heinrich Starck, der auch die Siegessäule baute. Nach schwerer Beschädigung im Zweiten Weltkrieg gab es Abrisspläne, gegen die sich die Evangelische Kirche zunächst wehrte. Von 1960 bis 1964 wurde dann das Gebäude mit Billigung des Kirchengemeinderats abgerissen, auch weil es den weiträumigen Straßenplanungen in Ost-Berlin im Wege stand.

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